Ab Januar 2016

AOK erhöht Beiträge – was heißt das für Versicherte?

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Die AOK Bayern hebt ihren Beitragssatz zum Jahreswechsel an.

Höhere Beiträge für 4,3 Millionen Krankenversicherte in Bayern! Die AOK Bayern hebt ihren Beitragssatz zum Jahreswechsel an. Die größte Kasse im Freistaat nimmt künftig 15,7 Prozent vom Bruttoeinkommen ihrer Versicherten.

Das sind 0,2 Prozentpunkte mehr als bisher. Die tz erklärt, wie es jetzt weitergeht und hat schon mal ausgerechnet, was die Erhöhung für den einzelnen Versicherten bedeutet: 

Wie setzen sich die Beiträge zusammen? 

Der Grundbetrag liegt bei 14,6 Prozent – Arbeitnehmer und Arbeitgeber zahlen je die Hälfte. Die AOK hat bisher 15,5 Prozent verlangt – den Zusatzbeitrag von 0,9 Prozent zahlen die Beschäftigten alleine. Dieser erhöht sich ab 2016 um 0,2 Prozentpunkte auf 1,1 Prozent. 

Warum erhöht die AOK ihre Beiträge? 

Die Kasse begründet den Schritt mit höheren Kosten vor allem für Kliniken, Arzneimittel und Arzthonorare. So seien die Ausgaben für Krankenhausbehandlungen seit dem Jahr 2010 um 22 Prozent gestiegen, der Aufwand für Arzneimittel sei um 18 Prozent gewachsen. 

Wie kommt es bei Rekordbeschäftigung und steigenden Löhnen zu einem Minus bei den Kassen? 

„Die Ausgaben wachsen einfach etwas stärker als die Löhne und Gehälter der Versicherten“, erklärte der Gesundheitsökonom Jürgen Wasem im Gespräch mit der tz. Bei den Arzneimittelkosten sei der medizinische Fortschritt der Preistreiber. Zudem sind die Ausgaben für

das Krankengeld stark gestiegen (tz berichtete). 

Was sagt die Politik? 

Gesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) hat die Beitragssatzerhöhungen der gesetzlichen Krankenversicherung verteidigt. Eine Anhebung um 0,2 Prozentpunkte entspreche „einer halben Kinokarte“, so Gröhe. 

Werden auch andere Kassen ihre Beiträge erhöhen? 

Davon ist auszugehen. Einige Kassen, so munkelt man in Kassenkreisen, werden den Beitragssatz sogar stärker anheben müssen. Wann haben die Versicherten der anderen Kassen Klarheit? Will eine Kasse ihren Zusatzbeitrag erhöhen, muss sie ihre Mitglieder darüber bis spätestens 31. Dezember informieren. Bei den meisten Kassen wird die Entscheidung also noch vor dem Fest fallen. 

Wie werden sich die Beiträge auf lange Sicht entwickeln? 

„Im Laufe des nächsten Jahrzehnts werden wir die 20-Prozent-Marke erreichen“, sagte Wasem zur tz. 

Mk.

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