Apple: Die 100-Milliarden-Dollar-Frage

New York - 100 Milliarden Dollar hat Apple unter seinem Vorgänger Steve Jobs angehäuft – jetzt muss Cook das Geld unter die Aktionäre bringen. Die tz klärt die wichtigsten Fragen.

Apple-Chef Tim Cook hat ein Luxusproblem. Der Elektronik-Gigant sitzt auf einem gewaltigen Geldberg. 100 Milliarden Dollar hat die Firma unter seinem Vorgänger Steve Jobs angehäuft – jetzt muss Cook das Geld unter die Aktionäre bringen. Die tz klärt die wichtigsten Fragen:

Wieso hat Apple so große Barreserven angehäuft? In den letzten zwölf Jahren hatte das Unternehmen keine Dividenden mehr an seine Aktionäre gezahlt. Das hatte 1995 einen einfachen Grund: Apple stand mit dem Rücken zur Wand – die Firma war quasi am Ende. Mit Steve Jobs rettete ein strikter Dividenden-Gegner Apple. Er baute den maroden Computerhersteller zur wertvollsten Firma der Welt um – jetzt wollen die Aktionäre stärker an den guten Geschäften der Firma beteiligt werden. Und wenn das Geld in bar vorgehalten wird, fallen viel zu wenig Zinsen ab.

Will Apple seine kompletten Barreserven an die Aktionäre weitergeben? Nein. Insgesamt sollen innerhalb von drei Jahren 45 Milliarden Dollar ausgeschüttet werden.

Wie will Apple seine Aktionäre beglücken? Auf zwei Arten: Mit einer Dividende und mit dem Rückkauf von Aktien.

Was haben die Aktionäre davon? Bei der Dividendenzahlung bekommen die Aktionäre pro Aktie eine direkte Beteiligung am Unternehmensgewinn. Apple hat die Dividende auf 2,65 Dollar pro Aktie im Quartal angesetzt – pro Jahr bekommen die Anteilseigner also 10,60 Dollar. Erstmals ausgezahlt wird die Dividende im vierten Geschäftsquartal, das am 1. Juli beginnt. Für den Rückkauf eigener Aktien will Apple zehn Milliarden Dollar in die Hand nehmen. Ein solcher Aktienrückkauf ist nichts Ungewöhnliches und wird allgemein als positives Signal gewertet, denn Unternehmen entschließen sich zu einem solchen Schritt nur bei guter Liquidität. Der positive Effekt für die Aktionäre: Der Kurs steigt normalerweise durch die höhere Nachfrage.

Wie hat die Börse reagiert? Die Ankündigung hatte zu keinen großen Änderungen geführt. Die Apple-Aktie hat allerdings bereits einen kometenhaften Aufstieg seit Jahresbeginn hinter sich. Allein in den letzten drei Monaten hat die Aktie um 55 Prozent zugelegt und sogar die Marke von 600 Dollar durchbrochen.

Wie hoch ist die Dividendenrendite bei Apple? Auf’s Jahr gerechnet liegt sie bei 1,8 Prozent. Zum Vergleich: Der Konkurrent Microsoft zahlt 2,5 Prozent und Hewlett-Packard liegt bei 2,0 Prozent. Die Deutsche Telekom bietet ihren Aktionären 7,89 Prozent.

Hat Apple jetzt noch genug Geld für neue Entwicklungen? Laut Apple-Chef Cook ja: „Selbst mit diesen Investitionen können wir unsere Kriegskasse für strategische Möglichkeiten erhalten und haben ausreichend Bargeld für das Geschäft.“

Marc Kniepkamp

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Rubriklistenbild: © dpa

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