Vom Burger bis zur Band

Apple, Burger King, Walmart: Die größten Shitstorms

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Ein Geschenk an die 500 Millionen Nutzer von iTunes brachte dem US-Konzern Apple einen mächtigen Shitstorm ein.

München - Wenn Unternehmen ihr Fett weg bekommen, kracht es meistens richtig. Die Kunden regen sich wegen den verschiedensten Dingen auf. Die größten Shitstorms der jüngeren Vergangenheit.

Unternehmen haben es bisweilen schwer, es ihren Kunden recht zu machen. Manchmal ärgern sich die Verbraucher über zu viel für ihr Geld, manchmal sind sie mit der Herkunft der Produkte unzufrieden und manchmal wollen sie Dinge schlicht nicht umsonst haben. Die Folge der Unzufriedenheit sind oft Shitstorms, die seltsam anmutende Blüten treiben.

Den jüngsten Sturm der Entrüstung erntete der wohl erfolgreichste Discounter: Aldi Süd sah sich wütenden User-Kommentaren ausgesetzt, als die Firma eine Flüssigseife erst schon im Sortiment hatte, und dann herausnahm. Der Stein des Anstoßes war das Design der Seife. Denn auf der Verpackung war eine Moschee abgebildet, welche stellvertretend für den orientalischen Touch stehen sollte. Während sich einige Kunden darüber beschwerten, dass dies ihre religiösen Gefühle verletze, ärgerten sich andere darüber, dass das Produkt nicht mehr erhältlich war.

Walmart: Ärger wegen Halloween-Kostümen für Übergewichtige

Auch eine Kaufhauskette aus den Vereinigten Staaten hatte Ärger mit den Kunden. Walmart gibt es auch in Deutschland, legte sich aber vor allem mit seinen englischsprachigen Verbrauchern an. Der Grund für den Shitstorm war der wenig schmeichelhafte Umgang des Konzerns mit seinen übergewichtigen Kunden. Die ärgerten sich über die Bezeichnung von Halloween-Kostümen.  Unter der Rubrik "Fat Girl Costumes" (deutsch: Kostüme für fette Mädchen) verkaufte die Kette die Verkleidungen - und machte sich damit viele Feinde.

Zurück nach Deutschland: Hier machte sich die bekannte Drogeriekette dm durch eine Änderung in Sachen Pfandtaschen unbeliebt. Das Unternehmen hatte sich über Jahre einen guten Ruf in Sachen Ökologie und Fair-Trade-Politik erarbeitet. Sinnbild dafür waren die Stoff-Pfandtaschen, welche bei den Kunden sehr beliebt waren und in Augsburg produziert wurden. Als dm den Hersteller wechselte und die Taschen im indischen Tippur herstellen lies, wurden die Verbraucher wütend.

Wieder zurück über den großen Teich: US-Firmen haben es mit ihren Kunden noch öfter schwer, als hier in Deutschland. Der Grund dafür sind die sehr liberalen Gesetze, die es den Verbrauchern erlauben, die Konzerne zu verklagen - und allzu oft auch in den sozialen Netzwerken anzugreifen. Im Herbst 2014 sag sich die Sandwich-Kette Subway einem großen Shitstorm ausgesetzt, als sie in einem Werbespot die zweifelhafte Botschaft verbreitete, die eigenen Sandwiches würden einen für Halloween gut in Form bringen. Die Kunden ärgerten sich besonders über das sexistische Grundthema in der Werbung welche eine Diät-Eignung der Sandwiches suggerierte. Stichwort: Sexy Krankenschwester, strenge Lehrerin und heißes Teufelchen.

U2 und Apple im Shitstorm

Einen der größten Shitstorms der jüngeren Vergangenheit sah sich Apple ausgesetzt. Als der Technik-Konzern seinen Usern ein Album der berühmten irischen Band U2 schenken wollte, war dies für einige zu viel des Guten. Fast 50 Millionen iTunes-Nutzer bekamen das neueste Werk der Gruppe, "Songs of Innocence" umsonst direkt auf ihr i-Gerät. Selbst eingefleischte U2-Fans waren sauer.

Abgelaufene Lebensmittel, Hygiene-Mängel, Darmbakterien: Was klingt, wie die Beschreibung einer Bar in einem Dritte-Welt-Land war in Wirklichkeit das Ergebnis einer Undercover-Reportage bei Burger King. Ein RTL-Team um Günther Wallraff deckte die Schweinereien in den Fastfood-Tempeln auf und löste damit einen Riesen-Shitstorm aus. Das Ergebnis: Einige Filialen in München, darunter die am Hauptbahnhof, machten zumindest vorübergehend zu.

bix

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