Korrekturen gefordert

Arbeitgeberpräsident: Praktika vom Mindestlohn ausnehmen

+
Der junge Spanier Jon Serrano beim Praktikum: Die Arbeitgeber wollen sämtliche Praktika vom Mindestlohn ausnehmen. Foto: Nicolas Armer/Archiv

Berlin - Arbeitgeberpräsident Ingo Kramer hat die Regierungskoalition erneut zu grundlegenden Korrekturen beim Mindestlohn aufgefordert. Die "überflüssige Bürokratie" könne so nicht bleiben.

"Außerdem wäre die Koalition gut beraten, "sämtliche Praktika - auch freiwillige, die der Berufsorientierung dienen - vom Mindestlohn auszunehmen", sagte Kramer der "Welt". Die Bereitschaft der Unternehmen, Praktika anzubieten, nehme jetzt schon ab.

Er sei mit Arbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) einer Meinung, dass feste Arbeitsplätze nicht durch Serienpraktika ersetzt werden dürften. "Aber wenn ein Student zwischen seinem Bachelor- und dem Masterstudium die Möglichkeit bekommt, sich einige Wochen oder Monate in einem Unternehmen umzusehen, kann er dafür nicht den gesetzlichen Mindestlohn bekommen", so Kramer. "Wenn es bei der Regelung bleibt, die Frau Nahles durchgesetzt hat, erleben wir nicht das Ende der Generation Praktikum, sondern das Ende des freiwilligen Praktikums selbst." Der gesetzliche Mindestlohn von 8,50 Euro je Stunde gilt seit Jahresanfang. Die Wirtschaft macht dagegen seit längerem Front.

Kramer kritisierte auch Pläne von Familienministerin Manuela Schwesig (SPD) zur Durchsetzung gleicher Löhne von Männern und Frauen. Schwesig will die ungleiche Bezahlung sichtbar machen und plant ein Gesetz, damit sich "möglichst alle Angestellten" über die Gehälter von Kollegen mit gleicher Tätigkeit informieren können. "Dann könnte man auch gleich das Steuergeheimnis abschaffen", meinte Kramer dazu.

dpa

Auch interessant

Meistgelesen

Audi-Chef Stadler in U-Haft genommen - Nachfolge soll feststehen
Audi-Chef Stadler in U-Haft genommen - Nachfolge soll feststehen
Aldi Süd hat Swimming-Pool im Angebot - doch er hat einen großen Nachteil
Aldi Süd hat Swimming-Pool im Angebot - doch er hat einen großen Nachteil
Rewes WM-Tweet geht voll nach hinten los - Supermarkt-Kette löscht ihn zerknirscht wieder
Rewes WM-Tweet geht voll nach hinten los - Supermarkt-Kette löscht ihn zerknirscht wieder
Lidl postet scheinbar harmlosen Witz  - und verprellt damit zahlreiche Kunden
Lidl postet scheinbar harmlosen Witz  - und verprellt damit zahlreiche Kunden

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.