Arbeitsagentur: Ansturm von Quelle-Arbeitslosen

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Das Versandhaus Quelle ist Geschichte.

Nürnberg - Bei der Bundesagentur für Arbeit hat der Massenansturm von Quelle-Arbeitslosen begonnen. “Wir rechnen heute mit mehreren hundert Menschen.“

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Das sagte der Chef der bayerischen Regionaldirektion, Rainer Bomba, am Montag in Nürnberg. Bis Ende der Woche müssten rund 4000 Beschäftigte des insolventen Versandhauses registriert und beraten werden. “Das ist die größte Entlassungswelle innerhalb einer Woche in der Geschichte der Bundesagentur für Arbeit“, sagte Bomba. Die Behörde hat in den Räumen des Quelle-Versandzentrums in Nürnberg eine eigene Arbeitsagentur eingerichtet.

Der Quelle-Katalog: Früher und heute

Quelle-Katalog: Früher und heute
Das Versandhaus Quelle wurde auch dank seiner Kataloge bekennt. Eine kleine Rückschau: Hier ein Quelle-Katalog von 1957. © Quelle
Quelle-Katalog: Früher und heute
Ein Katalog von 1981. © Quelle
Quelle-Katalog: Früher und heute
Trendig mit Pelz: 1966 © Quelle
Grelle Farben waren 1992 in. © 
Quelle-Katalog: Früher und heute
So sah der bunte Katalog 2002 aus. © Quelle
2004 war Claudia Schiffer auf dem Katalog. © 
Quelle-Katalog: Früher und heute
Der aktuelle Katalog. Er kann dank staatlicher Hilfe doch noch gedruckt werden. © Quelle

Dort zog sie mehr als 100 Mitarbeiter aus ganz Bayern zusammen. Sie sollen die Arbeitslosmeldungen entgegennehmen und erste Beratungsgespräche führen. “Wir haben die Parole ausgegeben: Keine Hektik, keine Panik“, sagte Bomba. Es sei wichtig, beruhigend auf die Menschen einzuwirken. Auch das Rote Kreuz und mehrere Psychologen sind vor Ort im Einsatz, um den geschockten Quelle-Mitarbeitern helfen zu können. “Den Menschen ist der Boden unter den Füßen weggezogen worden“, sagte Bomba.

Besonders für die gering qualifizierten Beschäftigten über 50 Jahren werde es schwierig, einen neuen Job zu finden, räumte Bomba ein. “Da müssen wir tief in die Trickkiste greifen, um ihre Chancen zu erhöhen.“ Doch das werde viele Monate dauern. “Wir stehen auf dem Arbeitsmarkt vor einem harten Winter“, sagte der Behördenchef. Der Höhepunkt der Arbeitslosigkeit werde erst im Februar/März 2010 erwartet. Auch den osteuropäischen Tochtergesellschaften der insolventen Versandgruppe droht einem Zeitungsbericht zufolge möglicherweise der Kollaps.

Wie die Zeitung “Die Welt“ (Montag) berichtet, sind die Gesellschaften nur noch eingeschränkt lieferfähig. Die Lager seien nicht mehr ausreichend mit Waren gefüllt. Folglich komme immer weniger Geld in die Kassen. Es drohten zahlreiche Folgeinsolvenzen, wenn die Quelle-Auslandstöchter nicht bis spätestens Mitte November einen Investoren finden, der neue Ware bestellen und auch bezahlen könne, zitierte die Zeitung einen Insider.

dpa

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