Lohnfortzahlungen bei Krankheit

Arbeitskosten in Deutschland steigen weiter

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In der ganzen Europäischen Union stiegen die Arbeitskosten im Produzierenden Gewerbe und in der Dienstleistungsbranche im ersten Quartal im Schnitt um 1,7 Prozent. Foto: Arno Burgi

Wiesbaden - In Deutschland sind die Arbeitskosten im zweiten Quartal weiter gestiegen. Der Grund: Die Arbeitnehmer waren häufiger krank.

Gemessen am ersten Quartal dieses Jahres stiegen die Arbeitskosten saison- und kalenderbereinigt leicht um 0,2 Prozent. Bruttolohn und Lohnnebenkosten für eine Arbeitsstunde lagen von April bis Juni kalenderbereinigt um 1,8 Prozent höher als im Vorjahreszeitraum, berichtete das Statistische Bundesamt.

Grund für den Anstieg im Jahresvergleich sind nicht so sehr höhere Bruttoverdienste, die kalenderbereinigt um 1,1 Prozent zulegten. Vielmehr wuchsen die Lohnnebenkosten stark um 4,4 Prozent, da Arbeitnehmer im zweiten Quartal deutlich öfter krank waren als im Vorjahr. Arbeitgeber mussten so mehr Geld für Lohnfortzahlung im Krankheitsfall ausgeben, was die Lohnnebenkosten nach oben trieb.

Für das erste Quartal korrigierte das Statistische Bundesamt das Wachstum der Arbeitskosten herunter, da sich die Datenquellen für die Berechnung geändert hatten. So stiegen Bruttolohn und Lohnnebenkosten von Januar bis März kalenderbereinigt im Vorjahresvergleich um 2,8 Prozent (vorherige Berechnung: 3,1 Prozent).

In der Europäischen Union stiegen die Arbeitskosten im Produzierenden Gewerbe und in der Dienstleistungsbranche im ersten Quartal im Schnitt um 1,7 Prozent. Die Arbeitskosten in Deutschland stiegen damit mit plus 2,8 Prozent stärker. Die höchsten Wachstumsraten verzeichneten Länder mit wirtschaftlichem Nachholbedarf: In Rumänien und Bulgarien wuchsen die Arbeitskosten um 10,4 bzw. 7,7 Prozent, während sie etwa in Italien um 1,5 Prozent sanken.

dpa

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