Atomausstieg: Gewinneinbruch bei RWE

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RWE-Konzernchef Jürgen Großmann

Essen - Der Atomausstieg und schlechtere Gasgeschäfte haben zu einem Gewinneinbruch bei Deutschlands zweitgrößtem Energiekonzern RWE geführt. Es gibt aber auch drei weitere Erklärungen.

Im ersten Halbjahr 2011 brach der um Sondereffekte bereinigte Konzerngewinn um fast 40 Prozent auf knapp 1,7 Milliarden Euro ein, wie RWE am Dienstag in Essen mitteilte. Schon am Montag hatte der Konzern mit Verweis auf den Atomausstieg eine Gewinnwarnung für 2011 abgegeben. Auch ungünstige Gaslieferverträge, niedrigere Stromerlöse und ein schwaches Handelsergebnis führten zu Ertragseinbußen.

Die Atomkraftwerke in Deutschland und Europa

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In Deutschland sind 17 Atomkraftwerke in Betrieb (Gesamtleistung 20 490 Megawatt) © dpa
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In Bayern stehen insgesamt fünf AKW: Hier das Atomkraftwerk in Gundremmingen. © dpa
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Hier die beiden Atomkraftwerke Isar 1 und 2 nahe Essenbach in Niederbayern. Der Reaktor Isar 1 steht seit Jahren in der Kritik. © dpa
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Hier das Atomkraftwerk in Grafenrheinfeld bei Schweinfurt in Bayern. © dpa
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In Hessen stehen die beiden seit Jahren umstrittenen Atomkraftwerke Biblis A und Biblis B. Biblis A wurde im Jahr 1974 in Betrieb genommen und ist der älteste noch genutzte Reaktor. © dpa
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Niedersachsen zählt insgesamt drei Atomkraftwerke: hier das AKW in Grohnde an der Weser. © dpa
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Hier das Kernkraftwerk Emsland nahe Lingen in Niedersachsen. © dpa
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Das Kernkraftwerk Unterweser nahe Rodenkirchen in Niedersachsen. © dpa
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In Schleswig-Holstein sind insgesamt drei AKW am Netz. Hier das Kernkraftwerk Brokdorf. © dpa
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Hier das AKW Brunsbüttel in Schleswig-Holstein. © dpa
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Das Kernkraftwerk in Krümmel (Schleswig-Holstein). © dpa
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In Baden-Württemberg sind insgesamt vier AKW am Netz. Hier die besonders umstrittenen Kraftwerke Neckarwestheim 1 und 2. © dpa
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Hier die Kraftwerke Philippsburg 1 und Philippsburg 2 in Baden-Württemberg. © dpa
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In Europa sind derzeit 195 Kernkraftwerke mit einer Gesamtleistung von 170 Gigawatt am Netz (Stand Januar 2011). © dpa
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In Belgien sind sieben Atomkraftwerke in Betrieb (5 926 Megawatt) © dpa
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Finnland betreibt vier AKW (2 716 MW) © dpa
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In Frankreich sind 58 AKW in Betrieb mit einer Gesamtleistung von 63 130 MW (hier der Standort Cattenom) © dpa
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In Großbritannien gibt es 19 AKW (10 137 MW) © dpa
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Die Niederlande betreiben nur ein Atomkraftwerk (487 MW) © dpa
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32 Atomkraftwerke stehen in Russland (22 693 MW) © dpa
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In der Schweiz sind fünf AKW am Netz mit einer Gesamtleistung von 3 238 MW (hier der Standort Leibstadt) © dpa
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Vier Atomkraftwerke stehen in der Slowakei (1 792 MW) © dpa
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Nur ein Kraftwerk mit einer Gesamtleistung von 666 MW ist in Slowenien in Betrieb. © dpa
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In Bulgarien gibt es zwei AKW (1 906 MW) © dpa
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Acht Atomkraftwerke sind in Spanien am Netz (7 516 MW, hier Asco) © dpa
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In Tschechien werden sechs AKW betrieben (3 678 MW) © dpa
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Ungarn zählt vier Kraftwerke (1 889 MW) © dpa
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In der Ukraine sind 15 AKW mit einer Gesamtleistung von 13 107 MW am Netz (hier Tschernobyl, bei dem sich im Jahr 1986 ein Super-GAU ereignete) © dpa
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In Rumänien stehen zwei Atomkraftwerke (Gesamtleistung 1 300 MW) © dpa
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In Schweden sind zehn AKW am Netz (9 303 MW, hier der Standort Oskarshamm) © dpa

Der Energieriese bezifferte die Belastungen durch den deutschen Atomausstieg im ersten Halbjahr auf etwa 900 Millionen Euro. Dazu gehöre die Brennelementesteuer. Die RWE-Kernkraftwerke Biblis A und B sind bereits abgeschaltet: RWE muss dafür nach eigenen Angaben nun Strom aus anderen Kraftwerken hinzukaufen. Auch Rückstellungen für den Rückbau der Anlagen schlagen in der Halbjahresbilanz zu Buche.

Der Halbjahresumsatz stagnierte bei rund 27,5 Milliarden Euro. RWE setzte fast genauso viel Strom wie im ersten Halbjahr 2010 ab. Bei Gas ging der Absatz aber um fast ein Fünftel zurück. Als Gründe nannte RWE mildes Wetter und Kundenverluste an die Konkurrenz.

RWE hatte am Vortag den Niederländer Peter Terium zum neuen Vorstandschef ab Mitte des kommenden Jahres berufen. Im nächsten Monat rückt der international erfahrene RWE-Manager zunächst zum Stellvertreter von Konzernchef Jürgen Großmann auf. Der Konzern kündigte zudem eine Kapitalerhöhung, eine Ausweitung des Verkaufsprogramms, Investitionskürzungen und mehr Einsparungen

Der Energieriese erwartet 2011 einen noch größeren Gewinnrückgang als im Februar vorhergesagt, wie er am Montag ebenfalls bekanntgab. Der um Sondereinflüsse bereinigte Konzerngewinn werde gegenüber 2010 um etwa 35 Prozent statt 30 Prozent zurückgehen.

dpa

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