Auch chinesische Rating-Agentur will USA herabstufen

Peking - Neben Moody's droht auch die chinesische Ratingagentur Dagong, die Kreditwürdigkeit der USA herabzusetzen. Auch eine Erhöhung der Schuldengrenze könne dies nicht mehr abwenden. Die Gründe:

Selbst wenn sich der Kongress und das Weiße Haus noch über die Erhöhung der Schuldengrenze einigen, werde die Herabstufung voraussichtlich erfolgen, heißt es am Donnerstag in einem Papier über die Einstufung der USA, das Dagong der Nachrichtenagentur dpa in Peking übermittelte. Die US-Regierung habe “keine bedeutende Politik zur Verringerung des Defizits“, so Dagong, die zu den führenden chinesischen Rating-Agenturen zählt.

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Moody's droht USA mit Abwertung

Als größter ausländischer Kreditgeber der USA ist die chinesische Regierung sehr besorgt über die Schuldenkrise in den USA. Nach Angaben des amerikanischen Finanzministeriums hielt China im April 1,152 Billionen US-Dollar an Schatzanleihen.

Die amerikanische Rating-Agentur Moody's, die den US-Staatsanleihen bisher die Top-Bonität “AAA“ verlieh, hatte am Mittwochabend in New York mitgeteilt, dass diese Top-Bonität jetzt infrage stehe. Anders als internationale Agenturen hatte Dagong die Kreditwürdigkeit der USA allerdings schon längst viel niedriger eingestuft und im November von “AA“ bereits auf “A+“ herabgesetzt.

Obamas Gegner: Republikaner und die "Tea Party"

Die Republikanische Partei ist eine konservative Partei, die aber bereits seit langem von verschiedenen, teils kontroversen Strömungen geprägt wird. Das Foto zeigt eine Anhängerin auf dem Parteitag 2008. © dpa
Diesmal ist es die “Tea Party-Movement“, die die Partei umtreibt. © dpa
Galionsfigur der rechts-populistischen Bewegung ist Sarah Palin, die unterlegene Kandidatin für das Amt des Vizepräsidenten vor zwei Jahren. © dpa
Hauptanliegen der neuen Strömung, die offiziell nicht der Partei angehört, ist der Kampf gegen den nach ihrer Meinung in alles einmischenden großen Staat (“big government“) und gegen höhere Steuern. © dpa
Geeint wird die Bewegung vor allem durch die Abneigung gegen Präsident Barack Obama, dem einige gar vorhalten, er wolle die USA in den Sozialismus führen. © dpa
Die Kandidaten der Bewegung machen häufig durch schrille und emotionale Äußerungen Schlagzeilen. © dpa
Sie fordern die Rückbesinnung auf traditionelle “amerikanische Werte“ und kritisieren etwa auch die steigenden Staatsausgaben der Bush-Ära. © dpa
Bei den Vorwahlen setzten sich eine Reihe radikaler und weitgehend unbekannter “Tea Party-Kandidaten“ gegen “gestandene“ Abgeordnete und Senatoren durch - selbst auf die Gefahr hin, dass dadurch die Wahlchancen der Demokraten steigen. Beispiel: Christine O’Donnell (Foto). © dpa
O’Donnell (Foto) will den Senatssitz für Delaware. Ihre Gegner werfen ihr frühere Aussagen über Hexerei (damit habe sie einmal expeimentiert) und Selbstbefriedigung (bezeichnete sie als Sünde) vor. Doch diese Angriffe steigerten O'Donnells Bekanntheit nur.  © dpa
Die Folge sind Spannungen in der Partei, die derzeit noch unter den Teppich gekehrt werden. Beobachter sprechen aber bereits von einem Rechtsruck in der Partei. © dpa
Die Republikanische Partei wurde 1854 von Gegnern der Sklaverei gegründet. Schon sechs Jahre später zog ihr Kandidat Abraham Lincoln ins Weiße Haus ein. © dpa
Mit Lincoln, der während des Bürgerkriegs regierte, begann eine Glanzzeit der Partei. Das Bild zeigt dessen Statue am "Lincoln Memorial" in Washington.  © dpa
Die bekanntesten republikanische Präsidenten nach dem Zweiten Weltkrieg: Dwight D. Eisenhower, Richard M. Nixon, Ronald Reagan (Foto: Mitte) sowie Vater und Sohn Bush. © dpa
Symbol der Republikaner ist der Elefant, der für sie Stärke und Intelligenz verkörpert. © dpa

Dagong hob die geringe Fähigkeit der amerikanischen Wirtschaft hervor, aus eigenen Kräften wieder Wohlstand zu schaffen. “Mit der notwendigen Straffung der Geldpolitik wird sich in den nächsten zwei Jahren eine Verlangsamung der amerikanischen Wirtschaft zeigen.“ Es drohe sogar eine Wiederholung der Finanzkrise von 2008.

Eine Sparpolitik sei kaum möglich, so dass das Defizit wahrscheinlich bis 2015 hoch bleiben werde, sagte Dagong in dem Papier voraus. Die Schulden müssten durch neue Anleihen bezahlt werden. Doch werde die Fähigkeit, neues Geld am Markt aufzutreiben, durch die Sorgen über die finanzielle und wirtschaftliche Lage der USA bedroht.

“Wenn es in der Überprüfungszeit keine großen Ereignisse gibt, die eine bedeutende Besserung ihrer Fähigkeit und ihres Willens bringen, die Schulden zu bezahlen, wird Dagong die Kreditwürdigkeit der USA entsprechend herabstufen“, fasst das Papier zusammen. Dagong-Chef Guan Jianzhong sagte der “China Daily“, die Herabstufung sei nur “eine Sache der Zeit und des Umfangs“.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

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