Aus auch für Schlecker-Onlineshop

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Auch der Schlecker-Onlineshop wird eingestellt

Berlin - Der insolvente Drogerie-Onlineshop Schlecker Home Shopping in Deutschland und Österreich wird eingestellt.

Der insolvente Drogerie-Onlineshop Schlecker Home Shopping in Deutschland und Österreich wird eingestellt. “Trotz intensiver Bemühungen um den Verkauf hat kein Investor ein tragfähiges Angebot zur Übernahme des Onlineversandhandels mit Drogerieartikeln vorgelegt“, ließ Insolvenzverwalter Patrick Wahren am Montag in Ehingen mitteilen. Daher sei er gezwungen, den Betrieb am 12. August einzustellen, hieß es weiter. Für die Schlecker Home Shopping GmbH hatte sich zuletzt auch Branchenprimus dm interessiert. Mit dem Aus fallen 100 Arbeitsplätze weg.

Die Abwicklung werde derzeit vorbereitet. Kundenbestellungen bis zum 12. August werden den Angaben nach bis zum 15. August noch ausgeliefert. Nach Informationen der “Lebensmittel Zeitung“ hatte die Schlecker Home Shopping GmbH zuletzt Verluste in einstelliger Millionenhöhe geschrieben.

Ende Juni waren alle Schlecker-Filialen in Deutschland endgültig geschlossen worden, die Pleite kostete gut 25 000 Menschen den Job. Die Stilllegung ist auch für die Tochterfirma Schlecker XL für Ende August besiegelt, derzeit läuft der Ausverkauf. Auch an der XL-Tochter hatte dm Interesse bekundet. Der Chef der Drogeriekette, Erich Harsch, sagte der “Lebensmittel Zeitung“ aber nun: “XL hält zumeist nicht, was der Name verspricht, deshalb haben wir lediglich an einer Handvoll Standorte Interesse. Was wir brauchen, sind große Flächen mit attraktiven Einzugsgebieten, also Doppel-XL.“

Unterdessen läuft die Zerschlagung bei der ebenfalls insolventen Schlecker-Tochter IhrPlatz weiter. Von den 490 Filialen sind bereits mehr als 290 Märkte an verschiedene Investoren verkauft worden.

dpa

Bekannte Shitstorm-Fälle

Facebook und Twitter bieten Unternehmen eine Plattform, um mit Kunden ins Gespräch zu kommen. Manchmal geht das gehörig schief: Dann braut sich ein Sturm der Empörung zusammen, im Netzjargon Shitstorm genannt. Glück im Unglück ist, wenn das Image nicht drunter leidet. © dpa
DELL: Einen der ersten Shitstorms löste der amerikanische Blogger und Journalismus-Dozent Jeff Jarvis 2005 aus. Er postete seinen Frust über den Kundenservice und die Produkte des Computerherstellers Dell - andere Nutzer schlossen sich an. Über die „Dell Hell“ (Dell-Hölle) berichteten auch zahlreiche Medien. © dpa
NESTLÉ: Die Umweltschutzorganisation Greenpeace startete 2010 eine Kampagne gegen den Schokoriegel Kitkat. Der Vorwurf: Durch die Nutzung von Palmöl werde der Regenwald und damit der Lebensraum der Oran-Utans zerstört. Das Schock-Video der Umweltschützer verbreitete sich rasant. Hersteller Nestlé ließ den Clip und die vielen Kommentare aus dem Netz löschen. Die Reaktionen darauf waren noch heftiger. © dpa
O2: Ein Blogger beschwerte sich 2011 wegen Netzproblemen bei dem Unternehmen - und bekam die Antwort, es handele sich um einen Einzelfall. Daraufhin startete er die Aktion „Wir sind Einzelfall“. Tausende Betroffene meldeten sich. O2 gestand bald ein, dass es nicht nur Einzelfälle gab und versprach, sein Netz auszubauen. © dpa
SCHLECKER: 2011 geriet ein Brief des mittlerweile insolventen Unternehmens an die Öffentlichkeit, in dem es seinen neuen Slogan „For You. Vor Ort.“ mit dem „niedrigen bis mittleren Bildungsniveau der Zielgruppe“ verteidigte. Auf Facebook, Twitter und im Blog der Firma reagierten die Nutzer empört. © dpa
ING DIBA: Nach einem Werbespot, in dem Basketballer Dirk Nowitzki eine Scheibe Wurst verspeist, fluteten Vegetarier und Veganer Anfang 2012 die Facebook-Seite der Bank. Nach einer Weile schloss das Unternehmen die Diskussion und ließ keine neuen Kommentare zu dem Thema mehr zu. © dpa
PRIL: Der Henkel-Konzern wollte 2011 im Netz das Design für eine limitierte Edition seines Spülmittels Pril bestimmen lassen. Das Unternehmen fand den Favoriten der Nutzer mit einem Grillhähnchen auf dem Etikett wohl unpassend und ließ eine Jury die beiden Designs mit den wenigsten Stimmen aus den Top 10 auswählen. Die Teilnehmer fühlten sich verschaukelt und machten ihrem Ärger im Internet Luft. © dpa
DEUTSCHE BAHN: Quer durch Deutschland für 25 Euro - mit einem solchen Sparangebot wollte die Deutsche Bahn im Oktober 2010 die Nutzer auf ihre Facebook-Seite locken. Doch viele kamen nicht wegen des „Cheftickets“, sondern um ihrem Ärger über verspätete Züge insbesondere nach einem stundenlangen Streik sowie das Bauprojekt Stuttgart 21 Luft zu machen. Darauf war die Bahn nicht vorbereitet, viele Kommentare blieben unbeantwortet. Im Sozialen Netzwerk braute sich ein Shitstorm zusammen, ein unkontrollierter Sturm aus Wut und Empörung. © dpa

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