Auftragsknick für deutsche Industrie

Berlin/Frankfurt/Main - Nach deutlicher Erholung ist der Auftragseingang für die deutsche Industrie im Oktober überraschend zurückgegangen.

Der Wert der Bestellungen fiel im Oktober preis- und saisonbereinigt um 2,1 Prozent, wie das Wirtschaftsministerium am Montag mitteilte. Es war das erste Minus nach sieben Monaten in Folge mit gestiegenen Auftragseingängen.

Der Umfang an Großaufträgen sei für einen Oktober stark unterdurchschnittlich gewesen. Als Kontrast zu diesen Zahlen war die Stimmung im deutschen Mittelstand im November so gut wie seit sechs Jahren nicht mehr.

Auslandsnachfrage um 3,5 Prozent zurückgegangen

Maßgeblich für den Rückgang der Bestellungen war vor allem das Nachlassen der Auslandsnachfrage um 3,5 Prozent. Die Inlandsnachfrage sank um 0,5 Prozent. Unter den industriellen Hauptgruppen verzeichneten die Hersteller von Investitionsgütern mit 4,5 Prozent die stärksten Einbußen.

Vor allem die gesunkene Nachfrage nach Autos habe sich bemerkbar gemacht. Die Nachfrage nach Konsumgütern schwächte sich geringfügig um 0,3 Prozent ab. In der Metall- und Elektroindustrie lagen die Bestellungen um 2,6 Prozent unter dem Septemberwert. Dies zeige, dass die Krise “noch lange nicht bewältigt“ sei, stellte der Verband Gesamtmetall fest. Für eine Entwarnung sei es “viel zu früh“.

Das Geschäftsklima des Mittelstandes hellte sich im November zum achten Mal in Folge auf. Es habe nun wieder “konjunkturelles Normalniveau“ erreicht, berichtete die staatliche KfW-Bankengruppe. Besonders die Geschäftserwartungen für das kommende Halbjahr hätten einen weiteren deutlichen Sprung nach oben gemacht. Insgesamt beurteilten die Unternehmen ihre Lage und ihre Erwartungen so gut wie zuletzt Anfang 2004.

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