Autoexperte strikt gegen Opel-Beihilfen

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Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer

Frankfurt/Main - Die Opel-Mutter General Motors verdient nach Ansicht des Autoexperten Ferdinand Dudenhöffer im kommenden Jahr genügend Geld, um ihre europäische Tochter selbst zu sanieren.

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Brüderle warnt vor Subventionswettlauf um Opel

Die wichtigen Märkte USA und China würden im Jahr 2010 mehr als 10 Prozent wachsen, erklärte der Professor am Montag in Duisburg. Zudem diene Hilfe von europäischen Staaten nur dazu, um GM fit für einen Börsengang zu machen. Dudenhöffer kritisierte, dass die Hilfe der Staaten nur ein Arbeitsplatzabbau bei Opel finanziert werde. “Das pervertiert unser Wirtschaftssystem. Kein Mensch wäre auf die Idee gekommen, Nokia in Bochum Geld dafür zu geben, dass die Fabriken geschlossen werden.“ Die Kosten der Sanierung und des Arbeitsplatzabbaus müsse jedes Unternehmen selber tragen.

Verhandlungskrimi um Opel: Eine Chronik

14. November 2008: Nach Absatzeinbruch und massiven Verlusten ruft Opel als erster deutscher Autohersteller den Staat zur Hilfe. Eine Bürgschaft von Bund und Ländern soll Opel stützen. Nach Unternehmensangaben geht es um “etwas mehr als eine Milliarde Euro“. © dpa
17. Februar 2009: Der ums Überleben kämpfende Mutterkonzern General Motors (GM) will 47 000 Stellen streichen, davon 26 000 außerhalb der USA. © dpa
27. Februar: Opel will sich weitgehend von GM abkoppeln. Das von der öffentlichen Hand benötigte Kapital eines neuen europäischen Unternehmens Opel/Vauxhall wird auf 3,3 Milliarden Euro beziffert. © dpa
2. März: Der Rettungsplan wird der Bundesregierung vorgelegt. © dpa
31. März: Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) stellt Unterstützung für Opel in Aussicht, aber keinen direkten Staatseinstieg. © dpa
23. April: Fiat will Opel übernehmen. Die Arbeitnehmer sind dagegen. Ende Mai zieht sich Fiat zurück. © dpa
28. April: Der österreichisch-kanadische Autozulieferer Magna, hier Vize Chef Sigfried Wolf, legt ein erstes “Grobkonzept“ für Opel vor. © dpa
12. Mai: Es wird bekannt, dass auch der in Brüssel ansässige Finanzinvestor RHJ International ein Angebot prüft. © dpa
27. Mai: GM, um Verhandlungsführer John Smith (r.), kündigt dem Vorsitzenden des Opel-Treuhand-Beirats, Fred Irwin (l.) an, sein Europa-Geschäft mit der Hauptmarke Opel rechtlich abzuspalten. © dpa
30. Mai: Bund, Länder, GM, Magna und das US-Finanzministerium einigen sich auf ein Rettungskonzept. Damit ist der Weg frei für einen Überbrückungskredit von 1,5 Milliarden Euro an Opel sowie das umstrittene Treuhand-Modell. © dpa
1. Juni: GM reicht in New York einen Antrag auf Insolvenz mit Gläubigerschutz ein. © dpa
10. Juli: GM, hier Fritz Henderson, Präsident und CEO von General Motors, wird aus der Insolvenz entlassen. Mehrheitlich in Staatsbesitz soll GM wesentlich verkleinert überleben. Es fließen mehr als 50 Milliarden Dollar (36 Mrd Euro) an Steuergeldern. © dpa
15. Juli: Der Finanzinvestor RHJI stellt ein nachgebessertes Übernahmeangebot vor. Die Bundesländer mit Opel-Standorten favorisieren Magna, weil der Zulieferer weniger Stellen abbauen will. © dpa
19. August: Bund und Länder wollen die Kreditzusagen und Bürgschaften für Opel über 4,5 Milliarden Euro ohne Beteiligung der anderen europäischen Länder mit Opel-Standorten vorstrecken, wenn GM sich für Magna entscheidet. © dpa
25. August: Erneutes Opel-Spitzentreffen zwischen Bund, Ländern und GM in Berlin. Laut Medienberichten prüft der US-Autokonzern, seine bisherige Tochter doch zu behalten. © dpa
2. September: RHJI hat sein Angebot abermals nachgebessert und fordert jetzt 600 Millionen Euro weniger Staatshilfen. Dennoch spricht sich die Bundesregierung erneut für Magna aus. © dpa
10. September: Der GM-Verwaltungsrat empfiehlt einen Verkauf von Opel an Magna. Die Treuhand genehmigt das Geschäft. © dpa
14. September: Magna bestätigt, dass in Deutschland mehr als 4000 der rund 25 000 Stellen wegfallen werden. Die EU-Kommission kündigt eine “sehr sorgfältige“ Prüfung der Milliardenbeihilfen an. Belgien ist aufgebracht, weil der Standort Antwerpen geschlossen werden soll. Widerstand kommt auch aus Großbritannien und Spanien. © dpa
22. September: Bevor weitere drei Milliarden Euro fließen, müssen Wirtschaftsprüfer grünes Licht geben. PriceWaterhouseCoopers stuft die Pläne Magnas als “nicht besonders robust“ ein. © dpa
15. Oktober: Aus Sorge um ein späteres Veto der EU-Kommission legen der designierte Käufer Magna mit seinem russischen Partner Sberbank und GM die Unterzeichnung des Übernahmevertrags auf Eis. © dpa
16. Oktober: In einem Brief an Wirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) äußert EU-Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes schwere Bedenken gegen die von der Bundesregierung versprochenen 4,5 Milliarden Euro an Staatshilfen. Die Hilfszusagen dürften nicht an einen Bieter gebunden sein. © dpa
3. November: Der GM-Verwaltungsrat beschließt in einer dramatischen Wendung, Opel doch zu behalten. Der Mutterkonzern will das Europa-Geschäft selber sanieren. © dpa

Der Experte sieht zudem den Wettbewerb mit anderen Herstellern gefährdet. Hilfen des Staates würden demnach bedeuten, dass Opel durch einen ruinösen Wettbewerb die Gewinne von Volkswagen, Ford, BMW und Daimler gefährde.

Subventionswettbewerb in Europa

Der EU-Industriepolitiker Herbert Reul warnte unterdessen vor einem Wettbewerb zwischen europäischen Staaten um das größte Hilfspaket. “Das dient der Sache überhaupt nicht, was da stattfindet“, sagte der CDU-Abgeordnete im Deutschlandradio Kultur. Beim Krisentreffen am (heutigen) Montag sollte das weitere Verhalten verabredet werden. Reul wandte sich aber nicht grundsätzlich gegen Staatshilfen. Der Bochumer Opel-Betriebsrat Rainer Einenkel kritisierte unterdessen die Bundesregierung, die Staatshilfen für Opel skeptisch sieht. Es gehe nicht um einen Großkonzern, sondern um Tausende Arbeitsplätze. “Deswegen tun die anderen Staaten etwa in dieser Richtung, und das sollte eigentlich die deutsche Regierung auch tun“, sagte Einenkel im NDR. Es könne bei dem Gipfeltreffen Signale für eine Perspektive geben.

AP

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