Automobilzulieferer meldet trotz voller Auftragsbücher Insolvenz

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Die Krise der Autoindustrie zwingt den Automobilzulieferer Paragon in Delbrück zur Insolvenz.

Delbrück - Trotz voller Auftragsbücher hat der Automobilzulieferer Paragon in Delbrück Insolvenz angemeldet. Das Scheitern der Bankverhandlungen habe das Unternehmen zu diesem Schritt gezwungen, sagte ein Sprecher am Montag.

Die börsennotierte Firma leidet wegen der Absatzkrise in der Autoindustrie seit längerem unter Liquiditätsproblemen. Das nun zahlungsunfähige Unternehmen beschäftigt nach einer Reihe von Massenentlassungen den Angaben zufolge noch rund 490 Mitarbeiter. Angestrebt werde eine Planinsolvenz in Eigenverantwortung. Über Monate hinweg habe der Vorstand mit den Banken intensive Gespräche geführt, um die Kreditlinien zu bewahren und zusätzliche Liquidität zur Überwindung der Krise zu erhalten, erklärte der Sprecher.

Trotz eines um 82 Prozent gestiegenen Auftragseingangs in den vergangenen Monaten sei es aufgrund der unterschiedlichen Interessen der beteiligten 15 Banken bislang jedoch zu keiner Lösung gekommen. “Unsere Werke sind ausgelastet und wir scheitern an der Uneinigkeit der Banken, das ist völlig unverständlich“, sagte der Sprecher.

Verlust 2008 erwartet

Mit dem bewussten Einleiten einer geordneten Insolvenz will der Vorstand eigenen Angaben zufolge nun für eine Bereinigung des Bankenkreises sorgen. Ziel sei es, die Zahl der Hausbanken deutlich zu reduzieren. Bei der Planinsolvenz in Eigenverantwortung bleibt das bisherige Management eines Unternehmens vollständig oder weitgehend im Amt und das operative Geschäft kann unter Aufsicht eines vom Insolvenzgericht bestimmten Sachwalters praktisch unverändert fortgesetzt werden.

Die Paragon AG hat im Geschäftsjahr 2007 einen Umsatz von 108,9 Millionen Euro erzielt. Nach den zuletzt verfügbaren Zahlen erwartete der Automobilzulieferer, das Geschäftjahr 2008 mit einem Verlust abzuschließen. Zum 31. Dezember des vergangenen Jahres hatte er die Mitarbeiterzahl von 615 auf 490 reduziert. Zum 1. Januar 2010 fallen laut Sprecher noch einmal knapp 90 Arbeitsplätze weg.

ap

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