Autos mit Brennstoffzelle ab 2015 in Großserie

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Engpass Wasserstoff-Zapfsäule - auch weil die flächendeckende Versorgung mit dem Energieträger noch nicht gewährleistet ist, kommen Brennstoffzellen-Fahrzeuge nicht so recht in Gang.

Essen - Die Autoindustrie kann nach eigenen Angaben erste Großserienmodelle mit Brennstoffzellentechnik ab 2015 anbieten. Experten sehen bei dieser Technik viele Vorteile gegenüber der Alternative Elektro-Antrieb.

Zum Einsatz kommt in den Antriebszellen umweltfreundlicher Wasserstoff, der zum Teil in der Industrie als Abfallprodukt anfällt. Derzeit bietet zum Beispiel Daimler die B-Klasse in einer Kleinserie auf Leasingbasis mit dieser Technik an.

Daimler werde in den nächsten Jahren versuchen, den Preis in der Großserie auf den von bisherigen Hybridfahrzeugen zu bringen, sagte Entwicklungsmanager Christian Mohrdieck zum Auftakt der 18. Weltwasserstoffkonferenz “WHEC 2010“ (17.-21. 5.) am Montag in Essen.

Als Vorteile sieht Mohrdieck bei der Brennstoffzelle die höhere Reichweite und das schnellere Auftanken in Minutenschnelle gegenüber dem Elektroauto. Beide Antriebe werden bei Daimler aber parallel entwickelt. Die Brennstoffzelle hinkt großtechnisch gesehen allerdings hinter dem Batterieantrieb hinterher. Elektroautos werden bereits in Serie ab 2011 erwartet.

Frühere Prognosen für die Brennstoffzelle als Autoantrieb ab 2010 seien zu optimistisch gewesen, sagte Kongressleiter Prof. Detlef Stolten vom Jülicher Institut für Energieforschung. Derzeit sind einsatzbereite Brennstoffzellen zu teuer. Zwar könnten jetzt schon technisch ausgereifte Zellen mit einer Lebensdauer von 10 bis 15 Jahren gebaut werden. Sie seien aber wegen des hohen Platingehalts teuer. Da gebe es noch hohes Einsparpotenzial, sagte Mohrdieck.

Der Energiekonzern RWE, der als Autostromanbieter auftritt, hofft bei Elektroautos in Zukunft auf eine höhere Energiedichte der Batterien für höhere Reichweiten und schnellere Ladezeitungen von 10 bis 15 Minuten. Bislang dauern Ladevorgänge Stunden bei Reichweiten von etwa 150 Kilometern. Interessant wäre nach RWE-Darstellung eine Minibatterie für etwa 60 Kilometer Reichweite kombiniert mit einer Brennstoffzelle für größere Entfernungen.

Brennstoffzellen können auch in größeren Fahrzeugen zum Einsatz kommen. Neben Bussen und Lkw lassen sie sich nach Einschätzung des Bundesverkehrsministeriums auch in Schiffen oder zur Bodenversorgung bei Flugzeugen einsetzen. Im Militärbereich gibt es bereits die Brennstoffzelle im U-Boot-Bau.

Bis Donnerstag (20.5.) beraten 1500 Kongressteilnehmer über die Anwendungen von Wasserstoff als Zukunftsenergie. Begleitet wird der Kongress von einer Ausstellung auf dem Essener Messegelände. Dazu kommen Brennstoffzellen-Fahrzeuge von Daimler, Ford, GM/Opel, Toyota und VW zum Einsatz, darunter zwei Busse. Am Freitag ist in Anlagen wie dem Zentrum für Brennstoffzellentechnologie in Duisburg oder dem Anwenderzentrum in Herten praktischer Anschauungsunterricht geplant.

dpa

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