Bahn-Chaos: 1 Million Beschwerden

Berlin - Eine Million Zugreisende wollen wegen Verspätungen entschädigt werden. Sie haben ab 60 Minuten Verspätung Anspruch auf Erstattung eines Viertels des Fahrpreises, ab 120 Minuten sind es 50 Prozent.

Eine Sprecherin der Deutschen Bahn bestätigte der Nachrichtenagentur dpa diese Zahl aus einem Beitrag des Magazins “Focus“. Sie machte aber keine Angaben über gezahlte Entschädigungen. Laut “Focus“ gingen die Anträge seit Einführung der neuen Entschädigungsregeln im Juli 2009 bis Ende August 2010 ein. Die meisten Rückforderungen gelten demnach der Deutschen Bahn. Das gemeinsame “Servicecenter Fahrgastrechte“ der Deutschen Bahn und ihrer privaten Konkurrenz steht Kunden als zentrale Anlaufstelle offen.

Zugreisende haben ab 60 Minuten Verspätung Anspruch auf Erstattung eines Viertels des Fahrpreises, ab 120 Minuten sind es 50 Prozent. Maßgeblich ist die Verspätung am Zielort. Das gilt auch bei Nutzung mehrerer Züge verschiedener Bahnunternehmen. Es gilt eine Bagatellgrenze von vier Euro. Liegt die Entschädigung darunter, wird nichts erstattet. Keine Haftung übernehmen die Eisenbahnen in Fällen, für die sie nichts können, so zum Beispiel bei Unwetter oder Suizid auf der Strecke.

dpa

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