Neue ICE kommen erst im Dezember

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Bahnchef Rüdiger Grube (r.) ist enttäuscht.

Berlin - Die Bahn kann zum Fahrplanwechsel im Dezember mit den ersten längst überfälligen ICE 3 von Siemens rechnen. Dann sollen acht bis zehn der 16 bestellten Hochgeschwindigkeitszügen einsetzbar sein,

Dies teilte Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) am Mittwoch nach einem Spitzentreffen mit beiden Konzernen in Berlin mit. Damit komme endlich Verstärkung für die Inlandsflotte, die vor allem im störanfälligeren Winter kaum Reserven hat. Die restlichen Züge sollen im Laufe des kommenden Jahres ausgeliefert werden. Bahnchef Rüdiger Grube sagte, es könne aber keine Entwarnung gegeben werden.

“Ich mache aus meiner Enttäuschung kein Hehl“, sagte Grube. Die ersten neuen ICE sollten eigentlich im vergangenen Herbst kommen. Die insgesamt mehr als 500 Millionen Euro teuren Züge seien 2008 eigentlich für Einsätze auf internationalen Strecken bestellt worden. Sie seien “für Deutschland viel zu teuer“, sagte Grube. Die Züge sollen aber die Reserve im Inland verstärken.

Wann die ICE in Belgien und Frankreich fahren könnten, sei vorerst nicht zu sagen, sagte Grube. Eine ursprünglich für dieses Jahr zu den Olympischen Spielen angestrebte Verbindung nach London sei erst deutlich nach 2013 realistisch.

Eventuell ein zusätzlicher ICE als Ausgleich

Hintergrund der Lieferverzögerungen sind ungeklärte technische Fragen und neue Genehmigungsauflagen. Dies betrifft laut Grube etwa Radsatzdrehgestelle, Klimaanlagen und Bremsen. Damit die ersten ICE am 9. Dezember fahren können, wird nun für den 23. November die Zulassung des Eisenbahn-Bundesamts angestrebt, die für den Inlandsbetrieb mit zwei zusammengekoppelten Zugteilen nötig ist.

Grube sagte, dass zwischen der Bahn und Siemens in Zusammenhang mit Vertragsstrafen noch darüber gesprochen werde, ob die Bahn als Ausgleich für die Verspätung einen zusätzlichen 17. ICE bekommt. Der Chef der Siemens-Bahnsparte, Hans-Jörg Grundmann, bedauerte die Verzögerung. “Wir sind dem Anspruch verpflichtet, Qualität zu liefern.“ Auch bei Regionalzügen machen der Bahn Lieferverzögerungen zu schaffen.

dpa

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