Kritik an "Kampfpreisen"

Bahnchef Grube fordert Maut für Fernbusse

Konkurrenz für die Bahn: Ein Fernbus steht am Bahnhof in Freiburg neben einem ICE. Foto: Patrick Seeger/Archiv
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Konkurrenz für die Bahn: Ein Fernbus steht am Bahnhof in Freiburg neben einem ICE.

Dortmund/Berlin - Die Deutsche Bahn leidet massiv unter der Konkurrenz der preisgünstigen Fernbusse. Konzernchef Grube verlangt jetzt, dass die Politik für "faire Wettbewerbsbedingungen" sorgt.

Bahnchef Rüdiger Grube fordert eine Maut für Fernbusse. "Wir müssen pro Person und Kilometer im Bahn-Fernverkehr mit Trassenbenutzungsgebühren von sechs Cent rechnen. Die Fernbusse zahlen für die Nutzung der Straßen keinen Cent Maut", sagte Grube den "Ruhr Nachrichten".

Die Bahn werde bei EEG-Umlage, Stromsteuer und Klimaabgabe mit über 300 Millionen Euro jährlich zur Kasse gebeten. "Bus-Anbieter zahlen auch da keinen Cent. Hier ist der Gesetzgeber gefragt", so der Bahnchef. "Faire Wettbewerbsbedingungen erfordern auch eine Maut für den Fernbus."

Grube kritisierte die "Kampfpreise" der Fernbus-Konkurrenz: "Die meisten Fernbusse fahren mit Verlust, obwohl sie in Sachen Steuern und Abgaben im Vergleich zur Bahn massiv bevorzugt werden."

Im Fernverkehr mit ICE und Intercity hatte die Bahn 2014 bei den Fahrten ein Minus von 1,5 Prozent zum Vorjahr verzeichnet.

Bundesverkehrsministerium: Nein zu Fernbus-Maut

Das Bundesverkehrsministerium hat einer Maut für Fernbusse erneut eine Absage erteilt. Eine Sprecherin von Minister Alexander Dobrindt (CSU) sagte am Samstag auf Anfrage in Berlin, das Ministerium habe keine entsprechenden Pläne. Dem Magazin „Focus“ hatte Dobrindt im Februar gesagt: „Eine Omnibusmaut würde mit 0,2 Cent pro Fahrgast je Kilometer den aktuellen harten Wettbewerb mit der Bahn auch nicht groß verändern.“ Er könne der Bahn nur raten, sich dem Wettbewerb mit den Fernbussen aktiv zu stellen und eigene Fernbuslinien weiter auszubauen.

dpa

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