Bankenkrise: Portugal wirft EU-Kontrolleuren Versagen vor

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Die Banco Espirito Santo musste vom Staat vor dem Zusammenbruch bewahrt werden. Foto: Mario Cruz/Archiv

Lissabon (dpa) - Portugals Ministerpräsident António Costa hat den internationalen Geldgebern Versagen bei der Überwachung des Finanzsystems seines Landes vorgeworfen.

Die sogenannte Troika aus EU-Kommission, Europäischer Zentralbank (EZB) und Weltwährungsfonds IWF habe gravierende Probleme im Bankensektor übersehen, sagte der Regierungschef des früheren Euro-Krisenlandes der Zeitung "Jornal de Notícias".

Nach dem Ende des EU-Rettungsprogramms für Portugal hätten zwei Banken - Banco Espírito Santo (BES) und Banif - vom Staat vor dem Zusammenbruch bewahrt werden müssen. "Man hat nicht dort hingeschaut, wo man hätte hinschauen müssen", meinte der Sozialist. Die Inspektoren der Geldgeber hätten viel Zeit damit verloren, die Finanzen der Regierung, der Bezirke und der Gemeinden zu überprüfen, aber nicht den Bankensektor kontrolliert.

Portugal war 2011 mit einem Hilfsprogramm von 78 Milliarden Euro vor einem Staatsbankrott bewahrt worden. Dafür musste das Land sich zu drastischen Einsparungen verpflichten und seine Finanzen einer Kontrolle der Troika unterstellen.

Interview in Jornal de Notícias

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