Deutsch-dänischer Tunnelbau verzögert sich

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Die Computergrafik zeigt einen Querschnitt durch den Tunnel, der zwischen der deutschen Ostsee-Insel Fehmarn und der dänischen Insel Lolland gebaut werden soll.

Kopenhagen/Hamburg - Die Planungen für die Querverbindung zwischen Deutschland und Dänemark laufen schon lange, eigentlich sollten die Bauarbeiten Mitte 2014 beginnen. Doch nun verzögert sich der Start.

Die Bauarbeiten an der Fehmarnbeltquerung verzögern sich um ein Jahr. Das teilte die Betreibergesellschaft Femern A/S am Mittwoch in Kopenhagen mit. Baubeginn der rund 18 Kilometer langen festen Querung zwischen Deutschland und Dänemark sei voraussichtlich Mitte 2015 anstatt Mitte 2014, weil sich die Genehmigungsverfahren länger als erwartet hinzögen.

“Der Bedarf an Koordinierung und Detailplanung ist höher, als wir erwartet haben“, wurde der Vorstandsvorsitzende von Femern A/S, Leo Larsen, zitiert. Die Verzögerung sei teilweise “den erheblichen Unterschieden geschuldet, die zwischen der deutschen und der dänischen Gesetzgebung und Verfahrensordnung bestehen“.

Planfeststellungsanträge im August 2013

Im Detail bedeutet der neue Zeitplan, dass die Umweltverträglichkeitsprüfung für das Bauwerk und die Rampen in Dänemark im Mai 2013 beginnt, wie die Firma mitteilte. So könne das in Dänemark erforderliche Baugesetz vom Parlament Ende 2014 verabschiedet werden. Zu diesem Zeitpunkt seien auch die Preise der Verträge für die Hauptbaulose bekannt.

In Deutschland werden die endgültigen Anträge für das Planfeststellungsverfahren spätestens im August 2013 bei den zuständigen Behörden eingereicht. Der Planfeststellungsbeschluss wird dann für den Jahreswechsel 2014/15 erwartet. Im Herbst 2012 beginnt Femern A/S mit der Vorauswahl der Bauunternehmerkonsortien, die später zur Teilnahme an den Ausschreibungen für die Hauptbaulose eingeladen werden. Es wird erwartet, dass die Bauaufträge im Sommer 2015 erteilt werden.

Femern A/S habe den dänischen Verkehrsminister Henrik Dam Kristensen und die hinter der “Festen Fehmarnbeltquerung“ stehenden politischen Parteien über den Gesamtrahmen des neuen Zeitplans informiert, hieß es in der Mitteilung. Auch der Kostenrahmen ändere sich deswegen voraussichtlich nicht.

Bauende soll 2021 sein

Das seit 2008 unverändert auf 5,5 Milliarden Euro angesetzte Projekt soll nun Ende 2021 fertig sein. Geplant ist ein Tunnel, dessen Einzelteile in der Ostsee versenkt werden, mit elektrifizierter zweigleisiger Bahnstrecke und vierspuriger Autobahn.

Finanziert wird das Projekt im wesentlichen von Dänemark und refinanziert durch Maut, weil das nördliche Nachbarland stärkere wirtschaftliche Interessen an dieser festen Verbindung hat als Deutschland. Der Bund finanziert die südliche Anbindung, die auf rund 800 Millionen Euro geschätzt wurde und unter anderem wegen der erwarteten Zunahme des Güterverkehrs in Schleswig-Holstein umstritten ist.

dapd

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