Baufinanzierung – individuelle Angebote für Bauherren

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Mit der richtigen Baufinanzierung können Sie sich den Traum vom Eigenheim erfüllen.

Hypothekendarlehen, Bausparvertrag, Forward-Darlehen, Wohn-Riester– es gibt viele Formen der Baufinanzierung. Bauherren sollten sich gut informieren, um im Dschungel der verschiedenen Finanzierungsmodelle den Durchblick zu behalten.

Eigenkapital – eine wichtige Grundlage der Baufinanzierung

Bevor Sie sich über die verschiedenen Möglichkeiten Ihrer Baufinanzierung Gedanken machen, rechnen Sie genau nach, wie viel eigenes Kapital Sie zur Verfügung haben. Je höher Ihr Eigenkapital ist, umso weniger Bankkredite benötigen Sie und umso besser sind die Konditionen, die Ihnen die Banken anbieten werden. Das Eigenkapital sollte mindestens 20 Prozent des Kaufpreises ausmachen. Haben Sie weniger Geld gespart, können Sie trotzdem bauen. Aber die Finanzierung wird teurer und risikoreicher.

Die Kosten für den Notar, den Grundbucheintrag und die Grunderwerbssteuer sollten Sie nicht aus der Kreditsumme bezahlen. Denken Sie daran, eine Rücklage zu behalten. Sparen Sie drei bis sechs Nettomonatslöhne für Notfälle an.

Bankdarlehen – das Kernstück der Baufinanzierung

Hypothekendarlehen machen in der Regel den größten Anteil Ihrer Baufinanzierung aus. Sie zahlen das Darlehen und die Zinsen in monatlichen Raten über eine Laufzeit von mehreren Jahren zurück. Angehende Bauherren nehmen häufig Annuitätendarlehen auf. Dabei bleibt die Rate bis zum Ende der vereinbarten Laufzeit gleich.

Die Zinsen befinden sich seit 2010 auf einem historischen Tief. Die Kreditangebote der Banken und Sparkassen sind jedoch sehr unterschiedlich. Vergleichen Sie mehrere Banken, bevor Sie entscheiden, welches Angebot Ihren Bedürfnissen am besten entspricht. Solange die Zinsen niedrig sind, vereinbaren Sie eine möglichst lange Zinsbindung von mindestens 10 bis 15 Jahren.

Achten Sie darauf: Eine hohe Flexibilität bei der Rückzahlung ist ebenso wichtig wie das Recht auf jährliche Sondertilgungen. Die Tilgungsrate und damit die monatliche Belastung muss Ihrer jeweiligen Lebenssituation entsprechen und sollte in Phasen wie Krankheit oder Arbeitslosigkeit angepasst werden. Kommen Sie zu unverhofftem Geldsegen, bieten sich Sondertilgungen an, um Ihren Schuldenberg schneller abzubauen.

Bausparvertrag – ein klassischer Weg zum Eigenheim

Der Bausparvertrag ist eine bewährte Form der Baufinanzierung. Die vereinbarte Bausparsumme, die Ihnen Ihre Bausparkasse nach einer bestimmten Laufzeit ausbezahlt, ist eine gute Basis für Ihren Hausbau. Zunächst sparen Sie etwa die Hälfte der Bausparsumme als verzinstes Guthaben an. Damit sichern Sie sich den Anspruch auf ein zinsgünstiges Bauspardarlehen. Rund 80 Prozent der Bauherren in Deutschland entschieden sich bereits für diese praktische Form der Kapitalbeschaffung.

Nutzen Sie die Förderungen des Staates wie die Wohnungsbauprämie und die Sparzulage für vermögenswirksame Leistungen. Banken und Sparkassen vergeben seit 2008 Bausparverträge in Verbindung mit dem staatlich geförderten Wohn-Riester. Damit haben Sie zum Beispiel Steuervorteile bei der Tilgung des Darlehens. Die Riester-Darlehen einiger Bausparkassen gehören momentan zu den günstigsten Angeboten der Baufinanzierung. Wichtige Voraussetzung für diese Förderung ist: Sie müssen selbst in dem neuen Haus wohnen.

Staatliche Unterstützung für Bauherren

Die staatliche Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) vergibt zinsgünstige Kredite, die Sie über Ihre Hausbank beantragen können. Das „KfW-Wohneigentumsprogramm“ stellt Ihnen ein Darlehen bis maximal 100.000 Euro für Ihr Traumhaus zur Verfügung. Das Programm „Energieeffizient Bauen“ unterstützt Bauherren, die auf einen niedrigen Energieverbrauch ihres Hauses Wert legen. Je weniger Energie der Neubau verbrauchen wird, umso günstiger sind die Konditionen der KfW-Förderung. Die Darlehenshöhe beträgt in diesem Fall 50.000 Euro.

Für Familien mit Kindern gibt es verschiedene Förderprogramme der Bundesländer, Kommunen und Kirchen. Sie vergeben zum Beispiel zinslose oder zinsgünstige Darlehen und Baukostenzuschüsse. Beantragen Sie diese Förderungen rechtzeitig, da sie meist schnell ausgeschöpft sind. Dann können Sie sich erst im nächsten Jahr wieder darum bemühen.

Anschlussfinanzierung – auf den richtigen Zeitpunkt kommt es an

Meist läuft die Zinsbindung aus, bevor Sie Ihre Baukredite vollständig abgezahlt haben. Kümmern Sie sich frühzeitig um eine günstige Anschlussfinanzierung. Beobachten Sie schon zwei bis drei Jahre vor Ablauf der Zinsbindung die Entwicklung der Hypothekenzinsen. Sind diese gerade niedrig, können Sie schon vor dem Ende der Zinsbindung einen Anschlusskredit zum aktuellen Zins abschließen. Die Banken bieten dafür sogenannte Forward-Darlehen an.

Lassen Sie sich nicht eine Anschlussfinanzierung zu schlechteren Konditionen unterjubeln. Wenn eine Anschlussfinanzierung ansteht, vergleichen Sie das Angebot Ihrer Hausbank mit der Konkurrenz. So sammeln Sie Argumente für Ihre Verhandlung über die neuen Konditionen mit Ihrer Bank. Manchmal ist sogar ein Wechsel der Bank unausweichlich.

Holen Sie sich Angebote bei verschiedenen Banken ein und lassen Sie sich die einzelnen Modelle der Baufinanzierung mit Ihren Vor- und Nachteilen erklären. Sie werden feststellen: Irgendwann lichtet sich der Dschungel und Sie finden den richtigen Weg für Ihre Baufinanzierung.

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