McKinsey-Studie warnt

Bayern schlecht gerüstet! 40 Prozent der Jobs in Gefahr

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Werden die Schlangen vor dem Arbeitsamt auch in Bayern bald wieder länger?

München -Es ist ein Warnruf für das erfolgsverwöhnte Bayern! Die Unternehmensberatung McKinsey hat die Zukunfts-Chancen des Freistaats untersucht – und kommt dabei zu einem ernüchternden Ergebnis.

Bis zu 40 Prozent der Jobs in Bayern seien gefährdet! Die „Fortsetzung der bayerischen Erfolgsgeschichte ist in Gefahr“, so das Fazit der 100 Seiten dicken Studie, aus der Spiegel online und SZ vorab zitierten.

Der Hauptgrund für diese Bedrohung: Die Digitalisierung. Denn Bayern schneide zwar aktuell in den klassischen volkswirtschaftlichen Bereichen gut ab – wie Bruttoinlandsprodukt, Produktivität, Arbeitslosenquote. Doch mit diesen Kennzahlen würde „lediglich der Erfolg der Vergangenheit bewertet“, so die Autoren der Studie, Johannes Elsner und Martin Stuchtey.

Für die Zukunft seien aber ganz andere Bereiche zentral: Die Bildungsqualität und die Quote von Unternehmensneugründungen (Start ups), das durchschnittliche Internettempo, oder auch die Einkommensverteilung zwischen Arm und Reich.

Das Fazit der McKinsey-Experten: „Im nationalen Vergleich kommt Bayern bei der Einkommensverteilung, Start-up-Quote, Bildungsmobilität, Internetzugang und Ressourcenproduktivität nicht über das Mittelfeld hinaus“. Im internationale Vergleich mit Ländern wie Finnland, Israel, Österreich und der Schweiz bleibe „der Freistaat insgesamt zurück“.

Zum Beispiel bei der Bildungs-Chancengleichheit: Nicht einmal 50 Prozent der Studierenden stammen in Bayern aus einer Nicht-Akademikerfamilie – „weniger als in Hessen, Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen“.

Wirtschaftsministerin Ilse Aigner.

Beispiel Start-up-Quote: In der Gründerszene habe sich München „noch keinen Namen gemacht“. Mit 3,8 Unternehmensgründungen pro 1000 Einwohner liegt Bayern „weit hinter Berlin (6,0), Hamburg (5,8) und Hessen (5,6)“. McKinsey-Leiter Elsner: „Bayern braucht ein neues Leitmotiv, eine Art Laptop und Lederhose 2.0.“ Die Bayerische Wirtschaftsministerin Ilse Aigner wies das gegenüber der tz zurück: „Schlaue Studien von McKinsey sind Theorie, Vollbeschäftigung und Zukunftsinvestitionen sind die Praxis, und auf die kommt es an.In vielen Zukunftsfeldern handeln wir bereits, etwa mit unserer Strategie Bayern Digital, unserer Gründerinitiative oder dem kürzlich ins Leben gerufenen Wachstumsfonds.“

KR

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