Sparprogramm

BayernLB informiert Mitarbeiter über Stellenabbau

München - Die BayernLB hat ihre Mitarbeiter über den geplanten Abbau von bis zu 500 Arbeitsplätzen in den nächsten Jahren informiert.

Eine Woche vor Weihnachten hat der Vorstand der BayernLB die Mitarbeiter in einem Brief über den geplanten Abbau von bis zu 500 Arbeitsplätzen in den nächsten Jahren informiert. „Wir sind uns bewusst, dass dieser Schritt schmerzhaft und für unsere gesamte Organisation herausfordernd ist“, heißt es in dem Schreiben, das der Nachrichtenagentur dpa in München vorliegt. Der geplante Abbau bis zum Jahr 2017 sei jedoch für die Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit und damit für die Zukunft der Landesbank unvermeidlich. Über den Stellenabbau war in den vergangenen Tagen bereits spekuliert worden, die BayernLB hatte sich aber nicht dazu geäußert.

Die Kürzungen sind Teil eines Sparprogramms, das sich die Bank verordnet hat. Bis zum Jahr 2017 will sie ihre Verwaltungskosten von 700 Millionen Euro in diesem Jahr auf rund 570 Millionen Euro senken, heißt es in dem Brief. Zwei Drittel davon sollen durch Einsparungen bei Sachkosten erreicht werden, ein Drittel durch die Verringerung der Personalkosten.

Seit ihrer Krise im Jahr 2008 hat die Landesbank bereits zahlreiche Geschäfte verkauft und Stellen gestrichen. Von rund 20 000 Mitarbeitern, die der gesamte BayernLB-Konzern inklusive der früheren Tochter Hypo Group Alpe Adria (HGAA) vor fünf Jahren hatte, sind weniger als die Hälfte übrig geblieben. Die Landesbank hatte die HGAA 2007 gekauft und zwei Jahre später nach Milliardenverlusten an Österreich zurückgegeben. Dort wurde sie notverstaatlicht.

Der Fehlkauf der HGAA belastet die BayernLB bis heute. Vor dem Münchner Landgericht wurde am Mittwoch der Prozess um eine Klage der Bank gegen die einstige Tochter fortgesetzt, in dem sie von der HGAA die Rückzahlung von mehr als zwei Milliarden Euro Krediten verlangt. Die HGAA argumentiert, dass sie nach österreichischen Gesetzen nicht zahlen darf, weil sie sich selbst noch in der Sanierung befinde. Auch deswegen soll in dem Prozess österreichisches Recht angewendet werden. Der Mainzer Jura-Professor Peter Mülbert soll der Zivilkammer dabei helfen.

Bis seine Expertise vorliegt, könnten aber noch Monate vergehen. Auf die Zahlung einer zum Jahresende fälligen Tilgungszahlung von 1,8 Milliarden Euro wird die BayernLB daher wohl vergeblich warten. Auch für Österreich bleibt die HGAA ein Fass ohne Boden. Insgesamt hat sie allein in diesem Jahr 1,75 Milliarden Euro an Steuermitteln verbraucht. Zumindest beim geplanten Verkauf ihrer österreichischen Tochter an eine indische Holding kommt sie aber voran.

Nach monatelangen Prüfungen stimmte die BayernLB, die aus alten Zeiten ein Mitspracherecht hat, dem Geschäft zu. Aus dem Verkauf seien nach Auswertung aller Unterlagen keine Nachteile für die BayernLB erkennbar, sagte ein Sprecher. Die indische Holding Anadi Financial will 65 Millionen Euro zahlen. Das Geschäft soll in den nächsten Tagen über die Bühne gehen.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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