"Es ist keine Bestechung"

BayernLB: Ecclestone bleibt bei seiner Aussage

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Bernie Ecclestone könnte bald selbst angeklagt werden.

Berlin - Bernie Ecclestone bleibt dabei: Er sagt im Bestechungsskandal bei der BayernLB die Wahrheit. Nicht wenige rechnen mit einer Anklage gegen den 81-jährigen Briten.

Die deutlichen Worte aus München haben Bernie Ecclestone nicht eingeschüchtert. “Ich habe ihnen die Wahrheit gesagt“, betonte der Brite auch nach der Begründung des Urteils gegen seinen Ex-Geschäftspartner Gerhard Gribkowsky unter anderem wegen Bestechung. Ungewohnt klar hatte das Münchner Landgericht die Rolle Ecclestones in dem Finanz-Krimi um 44 Millionen Dollar aus seiner Sicht beschrieben. Das basiere auf den Aussagen von Gribkowksy, sagte Ecclestone und bekräftigte im Gespräch mit der Nachrichtenagentur Reuters: “Es ist keine Bestechung.“

Die Münchner Richter sehen das anders. Ecclestone habe den einstigen Top-Manager Gribkowsky mit Charme und Raffinesse “ins Verbrechen“ geführt, sagte der Vorsitzende Richter Peter Noll in der Begründung für die Strafe von achteinhalb Jahren Haft gegen den Ex-Banker. Nach Einschätzung von Beobachtern dürfte nun auch eine Anklage gegen den Briten wegen Bestechung die Konsequenz sein. Der mächtige Formel-1-Geschäftsführer geht davon aber nicht unbedingt aus. “Ich denke nicht, dass ich das sollte, aber man weiß es nicht, oder?“, meinte er.

Die Münchner Staatsanwaltschaft ermittelt seit 2011 gegen den 81-Jährigen. Und Oberstaatsanwalt Christoph Rodler hatte schon klar gemacht, dass er Ecclestone nicht als Opfer einer Erpressung, wie dieser selbst sich sieht, sondern als Mittäter einer Bestechung betrachtet, die nun rund sechs Jahre zurückliegt.

Ecclestones Auftritt vor dem Landgericht München

Ecclestones Auftritt vor dem Landgericht München: Bernie Ecclestone hat die Glitzerwelt des Rennsports gegen einen schnöden Gerichtssaal getauscht: Als Zeuge im Schmiergeldprozess gab der 81-Jährige zu, dem früheren BayernLB-Banker Gribkowsky viel Geld gezahlt zu haben, um ihn bei Laune zu halten. © dpa
Ecclestones Auftritt vor dem Landgericht München: Bernie Ecclestone hat die Glitzerwelt des Rennsports gegen einen schnöden Gerichtssaal getauscht: Als Zeuge im Schmiergeldprozess gab der 81-Jährige zu, dem früheren BayernLB-Banker Gribkowsky viel Geld gezahlt zu haben, um ihn bei Laune zu halten. © dpa
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2006 hatte Ecclestone Gribkowksy 44 Millionen Dollar überwiesen. Als Vorstand der BayernLB hatte der Banker beim Verkauf der Formel 1 an CVC maßgeblich mitgeholfen. Am 27. März 2006 hatte die Investmentgesellschaft die Übernahme bekanntgegeben und sich darauf gefreut, “mit Bernie Ecclestone und seinem Team zusammenzuarbeiten, um das Geschäft weiterzuentwickeln und auszubauen“. Ein halbes Jahr später wurden der Österreicher Peter Brabeck-Letmathe - ehemals Chef des weltweiten Nestlé-Konzerns - und Sir Martin Sorrell in den Vorstand um Formel-1-Geschäftsführer Ecclestone berufen.

Aber Ecclestone hielt alle Fäden in seinen Händen. Was also würde passieren, wenn er auf einmal handlungsunfähig wäre? Wirklich sicher ist sich darüber wohl kaum einer. Ecclestone hat sein PS-Business mit dem Formula One Management (FOM) an der Spitze dafür zu weitreichend aufgebaut. Er verhandelt mit Betreibern neuer Strecken, er verhandelt mit Teams und Verband um die Verteilung der Gelder aus den TV-Einnahmen. Und amtsmüde ist Ecclestone nicht.

Bernie Ecclestone: Seine besten Sprüche

“Ich denke, wenn die Leute 100 werden, dann sollten sie anfangen, über die Pension nachzudenken. Ich bin da aber nicht sicher.“ (Formel-1-Chef Bernie Ecclestone) © Getty
“Wenn ich mitten in einem Grand Prix sterben würde - kein Problem! Mir wäre aber lieber, wenn es erst nach dem Zieleinlauf passiert.“ (Ecclestone über den Tod) © Getty
“Am Morgen nach meinem Tod - und die ersten zwölf Exemplare gehen ans Finanzamt.“ (Ecclestone auf die Frage, wann seine Autobiographie erscheint) © Getty
“Ich würde versuchen, eine 18-jährige Freundin zu finden.“ (Ecclestone auf die Frage, was er machen würde, wenn er noch mal 22 Jahre alt wäre) © Getty
“Ich denke, mit Demokratie bringt man den Laden nicht zum Laufen.“ (Ecclestone über sein Geschäftsprinzip) © Getty
“Ich würde auch als Blumenhändler versuchen, so gut wie möglich abzukassieren. Doch mein Herz hängt am Motorsport.“ (Ecclestone zum selben Thema) © Getty
“Wir sind nicht so etwas wie die Mafia, sondern wir sind die Mafia.“ (Ecclestone über seine langjährige Zusammenarbeit mit dem damaligen Weltverbandschef Max Mosley) © Getty
“Warum sollte ich Bodyguards nehmen? Von der einzigen Person, die mich unter Druck setzt, bin ich jetzt geschieden.“ (Ecclestone in Anspielung auf die Trennung von seiner Frau Slavica) © Getty
“Ich liebe es, nach Japan zu fliegen! Dort sind alle so groß wie ich.“ (Ecclestone vor einer Reise zum Japan-Grand-Prix) © Getty
“Bei manchen Auslaufzonen geht einem das Benzin aus, bevor man in die Streckenbegrenzung kracht.“ (Ecclestone zur verbesserten Sicherheit auf Formel-1-Strecken) © Getty
“Das einzig Gute an Olympia ist die Eröffnungs- und die Schlussfeier. Das ist eine tolle Show. Ansonsten ist es völliger Quatsch.“ (Ecclestone am Dienstag zu den Olympischen Spielen 2012 in seiner Heimatstadt London) © Getty

Am Donnerstag heizte er laut “Times“ Spekulationen um ein mögliches Stadtrennen in London an, vorbei am royalen Buckingham Palace oder dem weltberühmten Piccadilly Circus. “Es wäre fantastisch, gut für London, gut für England. Viel besser als Olympia“, meinte Ecclestone. So ist Ecclestone, selbst wenn seine Welt hier zu bröckeln droht, baut er woanders weiter: Er hat die Formel 1 zum weltumspannenden Prestigesport gemacht.

Um welchen Preis? Die britischen Finanzbehörden hätten sich in den vergangenen zwei, drei Monaten an ihn gewandt, erzählte Ecclestone. “Nach alldem hätte es mich überrascht, wenn sie mich nicht angeschrieben hätten“, berichtete der Brite. Er sicherte seine Kooperation zu. Seinen Schilderungen vor einem Jahr zufolge hatte Gribkowsky ihm damals mit den Steuerbehörden gedroht.

Im Prozess gegen den ehemaligen BayernLB-Vorstand war Ecclestone als Zeuge aufgetreten. Gribkowskys Anwälte warfen der Staatsanwaltschaft vor, den einflussreichen Mann mit Büro am Hyde Park aus Angst vor seiner Macht und Prominenz nicht vor Gericht zu bringen. Bei seiner Aussage hatte ihm die Justiz noch freies Geleit zugesichert und ihm versprochen, ihn nicht festzunehmen.

Sollte die deutsche Justiz aber Haftbefehl gegen ihn erlassen, käme er nicht mehr so einfach davon. Wie Münchner Strafrechtler erklären, gilt der Europäische Haftbefehl in allen EU-Staaten, auch in Ecclestones Heimat Großbritannien, wo in Silverstone in gut einer Woche das nächste Formel-1-Rennen stattfindet. Zwei Wochen später findet in Hockenheim der Große Preis von Deutschland statt.

dpa

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