Geht Bayern der Strom aus? Wirtschaft in Sorge

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Bayern ist vom Atomausstieg besonders betroffen.

München - Der Atomausstieg hat für Bayerns Energiewirtschaft massive Folgen. Künftig muss mehr Energie etwa aus Windparks im Norden in den Süden. Die Leitungen dafür fehlen. Die Wirtschaft macht Druck.

Bayerns Wirtschaft hält die bisherigen Pläne für den Ausbau des deutschen Stromnetzes für nicht ausreichend. Damit die Versorgungssicherheit im Freistaat auch nach dem Ausstieg aus der Atomkraft bis 2023 gewährleistet sei, müsse ein völlig neues Langstreckennetz gebaut werden, sagte der Hauptgeschäftsführer der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft (vbw), Bertram Brossardt, am Mittwoch in München bei der Vorstellung einer Studie zum Netzausbau.

Bayern sei wegen des hohen Anteils von Kernenergie besonders von der Energiewende betroffen und liege zudem weitab etwa von den Küstenregionen mit ihrer stark wachsenden Zahl von Windkraftwerken. Von dort müsse künftig viel mehr Strom gen Süden gebracht werden. Die bisher geplanten Maßnahmen reichten aber nicht aus. “Gravierende Versorgungsprobleme und Standortnachteile wären die Folge.“

Die Atomkraftwerke in Deutschland und Europa

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In Deutschland sind 17 Atomkraftwerke in Betrieb (Gesamtleistung 20 490 Megawatt) © dpa
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In Bayern stehen insgesamt fünf AKW: Hier das Atomkraftwerk in Gundremmingen. © dpa
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Hier die beiden Atomkraftwerke Isar 1 und 2 nahe Essenbach in Niederbayern. Der Reaktor Isar 1 steht seit Jahren in der Kritik. © dpa
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Hier das Atomkraftwerk in Grafenrheinfeld bei Schweinfurt in Bayern. © dpa
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In Hessen stehen die beiden seit Jahren umstrittenen Atomkraftwerke Biblis A und Biblis B. Biblis A wurde im Jahr 1974 in Betrieb genommen und ist der älteste noch genutzte Reaktor. © dpa
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Niedersachsen zählt insgesamt drei Atomkraftwerke: hier das AKW in Grohnde an der Weser. © dpa
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Hier das Kernkraftwerk Emsland nahe Lingen in Niedersachsen. © dpa
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Das Kernkraftwerk Unterweser nahe Rodenkirchen in Niedersachsen. © dpa
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In Schleswig-Holstein sind insgesamt drei AKW am Netz. Hier das Kernkraftwerk Brokdorf. © dpa
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Hier das AKW Brunsbüttel in Schleswig-Holstein. © dpa
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Das Kernkraftwerk in Krümmel (Schleswig-Holstein). © dpa
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In Baden-Württemberg sind insgesamt vier AKW am Netz. Hier die besonders umstrittenen Kraftwerke Neckarwestheim 1 und 2. © dpa
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Hier die Kraftwerke Philippsburg 1 und Philippsburg 2 in Baden-Württemberg. © dpa
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In Europa sind derzeit 195 Kernkraftwerke mit einer Gesamtleistung von 170 Gigawatt am Netz (Stand Januar 2011). © dpa
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In Belgien sind sieben Atomkraftwerke in Betrieb (5 926 Megawatt) © dpa
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Finnland betreibt vier AKW (2 716 MW) © dpa
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In Frankreich sind 58 AKW in Betrieb mit einer Gesamtleistung von 63 130 MW (hier der Standort Cattenom) © dpa
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In Großbritannien gibt es 19 AKW (10 137 MW) © dpa
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Die Niederlande betreiben nur ein Atomkraftwerk (487 MW) © dpa
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32 Atomkraftwerke stehen in Russland (22 693 MW) © dpa
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In der Schweiz sind fünf AKW am Netz mit einer Gesamtleistung von 3 238 MW (hier der Standort Leibstadt) © dpa
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Vier Atomkraftwerke stehen in der Slowakei (1 792 MW) © dpa
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Nur ein Kraftwerk mit einer Gesamtleistung von 666 MW ist in Slowenien in Betrieb. © dpa
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In Bulgarien gibt es zwei AKW (1 906 MW) © dpa
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Acht Atomkraftwerke sind in Spanien am Netz (7 516 MW, hier Asco) © dpa
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In Tschechien werden sechs AKW betrieben (3 678 MW) © dpa
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Ungarn zählt vier Kraftwerke (1 889 MW) © dpa
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In der Ukraine sind 15 AKW mit einer Gesamtleistung von 13 107 MW am Netz (hier Tschernobyl, bei dem sich im Jahr 1986 ein Super-GAU ereignete) © dpa
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In Rumänien stehen zwei Atomkraftwerke (Gesamtleistung 1 300 MW) © dpa
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In Schweden sind zehn AKW am Netz (9 303 MW, hier der Standort Oskarshamm) © dpa

Dringend notwendig sei deshalb der Bau von ergänzenden Hochleistungstransportleitungen, sogenannten Stromautobahnen. Denn Ausfälle könne sich die bayerische Wirtschaft, vor allem Firmen, die viel Strom verbrauchen, nicht leisten. “Die sichere Stromversorgung gehört für uns zu den unverrückbaren energiepolitischen Zielen.“

Die Studie zeige zudem, dass nicht nur mehr Strom transportiert werden müsse, sondern auch über größere Entfernungen. “Nach Abschaltung der Kernkraftwerke im Süden muss vor allem der Strom aus Offshore-Windanlagen im Norden zu den Verbrauchszentren in Bayern gelangen.“ Dafür seien spezielle Höchstspannungsleitungen nötig.

dpa

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