Industrieverband sieht den Streik als unverhältnismäßig

BDI attackiert Piloten für "rücksichtslosen" Streik

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Dieter Schweer, Mitglied der BDI-Hauptgeschäftsführung, kritisiert den Piloten-Streik.

Berlin - Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) attackiert die Pilotenvereinigung Cockpit scharf für den jüngsten Ausstand bei der Lufthansa.

Der Aufruf zum Streik "ist unverhältnismäßig und schadet der gesamten Wirtschaft in Deutschland", erklärte Dieter Schweer, Mitglied der BDI-Hauptgeschäftsführung, am Dienstag in Berlin. Geschäftsreisende und Touristen seien ebenso betroffen wie "globale Logistikprozesse". Schweer warf der Pilotengewerkschaft vor, sie versuche ihre Interessen "auf dem Rücken Unbeteiligter rücksichtslos durchzusetzen".

"Überzogene Arbeitskämpfe" schadeten der deutschen Wettbewerbsfähigkeit, warnte der BDI-Funktionär. Das Vertrauen in den Logistikstandort Deutschland werde zunehmend belastet.

Die Vereinigung Cockpit hatte am Dienstagmorgen ihren nunmehr 13. Streik im zähen Tarifkonflikt mit der Lufthansa begonnen. Betroffen sind Langstreckenflüge und die Frachtsparte Lufthansa Cargo. Den Planungen des Unternehmens zufolge sollen trotz des Streiks etwa die Hälfte der geplanten Langstreckenverbindungen und sämtliche Frachtflüge abheben. Nach Angaben eines Konzernsprechers lief der Sonderflugplan am Morgen wie vorgesehen an. Mehr als 20.000 Passagiere seien von dem Streik betroffen.

Für Mittwoch kündigte Cockpit Arbeitsniederlegungen auf der Kurz- und Mittelstrecke der Lufthansa an. Davon dürften voraussichtlich weit mehr Flüge und Passagiere betroffen sein als von dem Streik am Dienstag. Die Lufthansa will im Laufe des Tages einen Sonderflugplan für Mittwoch veröffentlichen.

dpa

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