Schadenersatzklage

Irregeführt: Beck's zahlt Kunden Millionen

Miami - Bier “made in Germany” genießt auch in Amerika einen guten Ruf. Als die US-Kunden jedoch herausfanden, dass “Beck’s Beer” gar nicht in Deutschland gebraut wird, klagten Tausende auf Schadenersatz - mit Erfolg. 

Der Eigentümer „Anheuser-Busch Inbev“, größter Bierkonzern der Welt, bietet jedem US-Kläger eine einmalige Schadenersatzzahlung als Vergleich an: Pro Flasche soll’s zehn Cent geben. Maximal 50 Dollar für jeden, sofern er nachweisen kann, dass er Beck’s Bier tatsächlich auch gekauft hat. Wer keine Quittung mehr hat, aber trotzdem geklagt hat, bekommt immerhin noch bis zu zwölf Dollar. 

Die Kunden der 1873 in Bremen gegründeten Beck’s Brauerei mit US-Firmensitz in St. Louis hatten sich verschaukelt gefühlt, denn auf dem Etikett stand „Originated from Germany“ (‚Stammt aus Deutschland‘) und nach „Deutschem Reinheitsgebot von 1516“ gebraut. In Wirklichkeit aber kam das Wasser seit 2002 nicht aus der Weser, sondern aus dem Missouri und auch Hopfen und Gerste waren US-made und stammten nicht aus der Holledau oder den Äckern im norddeutschen Flachland. Nur ganz klein und am Boden der Verpackung versteckt war St. Louis als Herstellungsort vermerkt. 

 seit 2002 befindet sie sich im Besitz des Weltmarktführers „Anhaeuser-Busch Inbev“, einem belgischen Konzern, zu dem auch Marken wie Franziskaner, Budweiser oder Stella Artois gehören. Erst letzte Woche hatte das Unternehmen für mehr als 90 Milliarden Euro den Konkurrenten SABMiller geschluckt, dessen bekannteste Marke „Pilsener Urquell“ ist. Bei so viel Geld wird „Anhaeuser-Busch Inbev“ die Rückzahlung an die vergraulte „Beck’s Beer“-Kundschaft verschmerzen können. Denn Insider schätzen, dass die Sache mit 20 Millionen Dollar aus der Welt ist.

Sindermann

Rubriklistenbild: © dpa

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