Auch Unternehmen sind betroffen

Sozialbeiträge für Arbeitnehmer steigen

+
Grund für die Anhebung sind die gestiegenen Löhne und Gehälter.

Berlin - Besserverdiener werden künftig mehr in die Sozialkassen einzahlen müssen - im Einzelfall bis zu 251 Euro im Jahr. Grund sind die steigenden Einkommen.

Arbeitnehmer, die mehr als 3937,50 Euro brutto im Monat verdienen, müssen sich im kommenden Jahr auf höhere Sozialabgaben einstellen. Grund ist der Anstieg der Einkommen, denen die sogenannten Beitragsbemessungsgrenzen folgen. Bis zu diesen Einkommensgrenzen müssen Beiträge zu den Sozialversicherungen bezahlt werden, darüber nicht mehr. Die Anpassung dieser Bemessungsgrenzen geschieht jährlich und wird nach einer festgelegten Formel berechnet.

Die Mehrbelastung für Besserverdiener beträgt nach Darstellung der „Süddeutschen Zeitung“ (Freitag) je nach Einkommen bis zu 251 Euro im Jahr. Ähnlich hohe Mehrkosten kämen auf die Unternehmen zu, die etwa die Hälfte der Sozialbeiträge zahlen.

Laut dem der dpa vorliegenden Verordnungsentwurf steigen die Bemessungsgrenzen für die Renten- und Arbeitslosenversicherung im Westen um 150 Euro monatlich 5950 Euro. In Ostdeutschland, wo die Einkommen im Durchschnitt ebenso geringer sind wie der Lohnanstieg, wird die Grenze um 100 auf 5000 Euro des Bruttoeinkommens angehoben.

Der Renten-Beitragssatz beträgt derzeit bundesweit 18,9 Prozent, der zur Arbeitslosenversicherung drei Prozent vom Bruttoverdienst.

Mit diesem "Warenkorb" wird die Inflationsrate berechnet

Die Inflationsrate sagt aus, wieviel unser Geld im Vergleich zum Vormonat bzw. Vorjahr noch wert ist, wieviel Ware ich also für mein Geld bekomme. Zur Berechnung wird ein repräsentativer "Warenkorb" erstellt. Doch was zählt eigentlich genau dazu? © dpa
Wie sich die Inflation berechnet
1. Nahrungsmittel und... © dpa (Symbolbild)
Wie sich die Inflation berechnet
... alkoholfreie Getränke © dpa (Symbolbild)
Wie sich die Inflation berechnet
2. Tabakwaren und alkoholische Getränke © dpa (Symbolbild)
Wie sich die Inflation berechnet
3. Bekleidung und Schuhe © dpa (Symbolbild)
Wie sich die Inflation berechnet
4. Wohnung,... © dpa (Symbolbild)
Wie sich die Inflation berechnet
... Wasser, ... © dpa (Symbolbild)
Wie sich die Inflation berechnet
... Gas und ... © dpa (Symbolbild)
Wie sich die Inflation berechnet
... Brennstoffe © dpa (Symbolbild)
Wie sich die Inflation berechnet
5. Einrichtungsgegenstände © dpa (Symbolbild)
Wie sich die Inflation berechnet
6. Gesundheit... © dpa (Symbolbild)
Wie sich die Inflation berechnet
... und Pflege © dpa (Symbolbild)
Wie sich die Inflation berechnet
7. Verkehr © dpa (Symbolbild)
Wie sich die Inflation berechnet
8. Nachrichtenübermittlung © dpa (Symbolbild)
Wie sich die Inflation berechnet
9. Freizeit, Unterhaltung und ... © dpa (Symbolbild)
Wie sich die Inflation berechnet
Kultur © dpa (Symbolbild)
Wie sich die Inflation berechnet
10. Bildungswesen © dpa (Symbolbild)
Wie sich die Inflation berechnet
11. Hotel und Restaurant © dpa (Symbolbild)
Wie sich die Inflation berechnet
12. Andere Waren und Dienstleistungen © dpa (Symbolbild)

In der Kranken- und Pflegeversicherung gilt eine für ganz Deutschland einheitliche Beitragsbemessungsgrenze. Sie soll laut Vorlage um 112,50 Euro auf 4050 Euro des monatlichen Bruttolohns ansteigen. Der GKV-Beitragssatz liegt bei 15,5 Prozent, wovon die Arbeitnehmer 8,2 Prozentpunkte zahlen und die Arbeitgeber 7,3 Punkte. Eine höhere Belastung entsteht also für alle Arbeitnehmer mit einem Bruttoverdienst von mehr als 3937,50 Euro.

Ein Sprecher des Bundesarbeitsministeriums sagte dazu: „Für die breite Masse der Normalverdiener ändert sich gar nichts.“ Die Regierung habe bei der Anpassung keinen Ermessensspielraum. Wüchsen die Grenzen nicht mit den Einkommen, würden sich Spitzenverdiener „schleichend aus der Finanzierung der Sozialversicherung verabschieden“. Dennoch bleibe „netto auch bei dieser Gruppe mehr vom Verdienten über“.

Allerdings fällt die Belastung für die Betroffenen unterm Strich geringer aus, sollte es Anfang 2014 zu der sich abzeichnenden Senkung des Rentenbeitragssatzes von 18,9 auf 18,4 Prozent kommen. Dann würden alle Beitragszahler zumindest bei der Rente entlastet: Auch jene, deren Gehalt über der alten Bemessungsgrenze liegt.

dpa

Auch interessant

Meistgelesen

„Peinlich“: Dr. Oetker löst mit WM-Werbung Shitstorm aus - so reagiert der Konzern
„Peinlich“: Dr. Oetker löst mit WM-Werbung Shitstorm aus - so reagiert der Konzern
Audi-Chef Stadler in U-Haft genommen - Nachfolge soll feststehen
Audi-Chef Stadler in U-Haft genommen - Nachfolge soll feststehen
Aldi Süd hat den Traum-Swimming-Pool im Angebot - doch er hat einen großen Nachteil
Aldi Süd hat den Traum-Swimming-Pool im Angebot - doch er hat einen großen Nachteil
Rückruf wegen Gesundheits-Gefahr: Tiefkühl-Riese Iglo warnt vor mehreren Produkten
Rückruf wegen Gesundheits-Gefahr: Tiefkühl-Riese Iglo warnt vor mehreren Produkten

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.