Knackpuntk ist die Kinderbetreuung

Bericht: Viele Frauen wollen mehr arbeiten

Berlin - Frauen sind in Deutschland im Berufsleben weiterhin zu wenig beteiligt - und das, obwohl viele gerne mehr arbeiten würden. Knackpunkt sind fehlende Kinderbetreuungsmöglichkeiten.

Die Frauen in Deutschland sind einem Bericht zufolge im EU-Vergleich weiterhin weniger am Erwerbsleben beteiligt als in den meisten anderen Mitgliedstaaten. Die Wochenarbeitszeit von Frauen mit einem Teilzeitjob betrage im Durchschnitt 18,6 Stunden, berichtete die "Süddeutsche Zeitung" am Mittwoch unter Berufung auf den neuen Fachkräftefortschrittsbericht des Bundesarbeitsministeriums. Im EU-Vergleich sei dieser Wert nur in Portugal niedriger.

Weiter hieß es, mehr als die Hälfte der nicht berufstätigen Mütter würde gern arbeiten, "wenn geeignete Kinderbetreuungsmöglichkeiten zur Verfügung stünden". Insgesamt hat demnach etwa jede fünfte Frau mit einem Teilzeitjob den Wunsch, ihre Arbeitszeit auszuweiten. Die Betreuungsangebote seien jedoch regional weiter sehr unterschiedlich. So gingen in Sachsen 80 Prozent der Schüler ganztags zur Schule, während es in Bayern gut elf Prozent seien.

Positiv wird den Angaben zufolge vermerkt, dass sich in den Jahren 2005 bis 2012 die Zahl der weiblichen Erwerbstätigen, gerechnet in Vollzeitstellen, um 1,78 Millionen erhöht habe. Es bestehe jedoch weiterhin "erhebliches Potenzial zur erhöhten Teilhabe von Frauen am Erwerbsleben". Besonders Frauen mit Migrationshintergrund könnten "bislang nicht in gleichem Maße vom Trend einer steigenden Erwerbsbeteiligung profitieren", hieß es.

AFP

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

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