Neue Partnerschaft

Bertelsmann geht bei Call-Centern mit Marokkanern zusammen

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Bertelsmann legt sein Call-Center-Geschäft mit der Saham-Gruppe zusammen. Foto: Jens Kalaene

Anfang des Jahres sah noch alles nach einem Verkauf der Call-Center-Sparte bei Bertelsmann aus. Jetzt soll es ein neuer Partner richten.

Gütersloh (dpa) - Bertelsmann legt sein Call-Center-Geschäft mit einem Partner aus Nordafrika zusammen.

Der Medien- und Dienstleistungskonzern bringt laut Mitteilung seine Tochter Arvato CRM (Customer Relationship Management) in ein Gemeinschaftsunternehmen ein, für das künftig etwa 48.000 Mitarbeiter in 25 Ländern rund 1,2 Milliarden Euro Umsatz erwirtschaften sollen. Partner ist die Saham-Gruppe aus Casablanca in Marokko.

Bertelsmann und Saham halten jeweils 50 Prozent. Bertelsmann stellt den Vorstandschef. Der Aufsichtsratsvorsitzende der neuen Firma, deren Namen noch nicht feststeht, wird von Saham benannt. Da die Gütersloher größere Geschäftsanteile in das neue Unternehmen einbringen, muss Saham einen finanziellen Ausgleich leisten. "Über die Zahlen haben wir Stillschweigen vereinbart", sagte Bertelsmann-Chef Thomas Rabe der Deutschen Presse-Agentur. Mit der Saham-Gruppe mache das Unternehmen bereits seit 2004 Geschäfte.

Das neue Unternehmen soll voraussichtlich im Januar 2019 an den Start gehen. Es stehen noch behördliche Genehmigungen und Gespräche mit den Arbeitnehmervertretern aus.

Bertelsmann hatte Ende Januar 2018 angekündigt, für die Call-Center einen Käufer oder Partner zu suchen. Als Grund gab Rabe damals an, dass die CRM-Tochter nicht genügend verdiene, um die notwendigen Investitionen in das von der Technik getriebene Geschäft leisten zu können. "Es gab attraktive Angebote für einen Verkauf, aber wir haben uns jetzt für die große Lösung entschieden", sagte Rabe. Das neue Unternehmen werde aus eigener Kraft mehrere 100 Millionen Euro investieren können.

Ausgenommen von der Kooperation sind die Geschäfte der Sparte in China, Großbritannien und der Türkei. "Für China und die Türkei gibt es Verkaufsperspektiven. Beim Geschäft in Großbritannien sind meist staatliche Stellen die Auftraggeber. Das läuft, ist aber auch nur schwer vergleichbar. Da warten wir ab", sagte Rabe.

Mit 119.000 Mitarbeitern erzielte Bertelsmann 2017 einen Gesamtumsatz von 17,2 Milliarden Euro. Zum Bertelsmann-Konzern zählen neben der Sendergruppe RTL Group die Töchter Penguin Random House (Buchverlag), Gruner + Jahr (Zeitschriften), BMG (Musikrechte), Arvato (Dienstleistungen) und Printing Group (Druckereien) sowie ein Bildungs- und Investment-Bereich.

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