Berufsunfähigkeit – finanzielle Einbußen abfedern

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Berufsunfähigkeit: Sorgen Sie rechtzeitig vor, damit Sie zum Beispiel nach einem Unfall finanziell abgesichert sind.

Keiner rechnet damit, jeden kann es treffen: Eine Krankheit oder ein Unfall verändet das Leben von Grund auf: Viele Menschen müssen ihren Beruf aufgeben. Wenn Sie wegen Berufsunfähigkeit nicht mehr arbeiten gehen können, sollten Sie finanziell abgesichert sein.

Was ist Berufsunfähigkeit?

Wer krank ist oder einen Unfall hatte und deshalb seiner Arbeit nicht mehr nachgehen kann, gilt als berufsunfähig. Jeder fünfte Deutsche geht krankheitsbedingt in Frührente. Die häufigsten Ursachen sind psychische Krankheiten wie Depressionen und Rückenleiden, gefolgt von Krebs und Herz-Kreislauferkrankungen. Etwa 10 Prozent der Fälle gehen auf einen Unfall zurück.

Wenn das Einkommen ausbleibt und keine Rücklagen vorhanden sind, tun sich rasch finanzielle Engpässe auf: Die Kredite für das neue Haus können zum Beispiel nicht mehr pünktlich gezahlt werden: Es droht der Verlust des Eigenheims. Deshalb sollten Sie rechtzeitig vorsorgen: Jeder, der berufstätig ist, braucht eine Berufsunfähigkeitsversicherung. Wenn Sie berufsunfähig werden, zahlt Ihnen die Versicherung eine monatliche Rente, deren Höhe Sie selbst festlegen.

Staatliche Hilfe bei Berufsunfähigkeit

Müssen Sie zum Beispiel nach einem Unfall Ihre Arbeit aufgeben, ist der Staat keine große Unterstützung für Sie. Sie erhalten zwar eine gesetzliche Erwerbsminderungsrente. Diese beträgt jedoch höchstens 30 Prozent Ihres letzten Bruttolohnes. Der durchschnittliche Höchstsatz liegt bei 750 Euro im Monat – nicht gerade viel, um weiterhin zum Beispiel für die Ausbildung der Kinder oder die jährliche Urlaubsreise etwas Geld zurückzulegen.

Besonders schwierig ist es für Berufsanfänger, die arbeitsunfähig werden. Sie haben erst Anspruch auf eine Erwerbsminderungsrente, wenn sie fünf Jahre lang einen Beruf ausgeübt haben. Deshalb sollten diese auf jeden Fall eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen. Das gilt auch für Schüler, Studenten und Auszubildende, die im Falle einer Berufsunfähigkeit überhaupt kein Recht auf staatliche Hilfen haben.

Die Berufsunfähigkeitsversicherung

Eine Berufsunfähigkeitsversicherung ist eine der wichtigsten Versicherungen überhaupt, egal was Sie von Beruf sind. Viele Versicherer bieten sie an, aber die Leistungen und Tarife sind sehr unterschiedlich. Lassen Sie sich von Experten beraten und vergleichen Sie die Angebote von verschiedenen Versicherungen. Finanztest stellt in einer aktuellen Untersuchung günstige Angebote vor.

Die Versicherungsgesellschaften wählen ihre Kunden sorgfältig aus. Dabei sind das Alter, der Beruf und der Gesundheitszustand ausschlaggebend. Sie ordnen die Antragsteller verschiedenen Risikogruppen zu. Akademiker mit einem Schreitischjob zahlen niedrigere Beiträge. Ein Dachdecker oder eine Altenpflegerin, die einer körperlich anstrengenden Beschäftigung nachgehen, müssen dagegen mit höheren Beiträgen rechnen. Je älter Sie sind und je mehr Vorerkrankungen Sie haben, umso teurer wird es für Sie.

Was sollte eine Versicherung bei Berufsunfähigkeit leisten?

Sie entscheiden selbst, wie hoch Ihre monatliche Rente im Falle einer Berufsunfähigkeit ausfallen wird. Wenn Sie die Höhe bestimmen, bedenken Sie, dass die Lebenshaltungskosten in den kommenden zehn bis zwanzig Jahren weiter steigen und mit zunehmendem Alter Ihre Ansprüche zunehmen werden. Als Faustregel gilt: Legen Sie 50 bis 60 Prozent Ihres Nettolohns als Rente fest.

Achten Sie genau auf die Vertragsbedingungen. Eine gute Berufsunfähigkeitsversicherung verlangt nicht, dass Sie sich eine gleichwertige Beschäftigung suchen, wenn Sie Ihrem ursprünglichen Beruf nicht mehr nachkommen können. Sie zahlt Ihnen schon bei 50-prozentiger Berufsunfähigkeit die vereinbarte Rente.

In den Anträgen müssen Sie Fragen zu Ihrem Gesundheitszustand beantworten. Hüten Sie sich vor falschen Angaben bei eventuellen Vorerkrankungen, sonst riskieren Sie, am Ende leer auszugehen. Der Versicherer kann in solchen Fällen die Zahlung verweigern. Bleiben Sie bei der Wahrheit. Schließlich sollen Sie und Ihre Angehörigen im Falle der Berufsunfähigkeit finanziell abgesichert sein und Ihren gewohnten Lebensstandard beibehalten können.

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