Der tz-Check

So kriegen Sie mehr Rente von Ihrer Firma

München - Für viele Arbeitnehmer kann sich eine betriebliche Altersvorsorge besonders lohnen. Wie die Betriebs-Rente funktioniert - der große tz-Service.

Beim Blick auf den Rentenbescheid bekommen es viele Arbeitnehmer mit der Angst zu tun. Denn das Niveau der gesetzlichen Rente sinkt immer weiter – die Arbeitnehmer müssen sich zusätzlich vorsorgen. Dabei können sie auch den Arbeitgeber mit ins Boot holen, denn der ist verpflichtet, eine Altersvorsorge anzubieten. Doch auch hier gilt, dass die Angebote der Versicherer äußerst unterschiedlich sind. r

Die tz erklärt, wie Sie an eine betriebliche Altersvorsorge kommen und wie sie funktioniert.

Wer hat Anspruch auf eine Betriebsrente?

Darauf hat laut Betriebsrentengesetz jeder Arbeitnehmer einen Anspruch.

Was tun, wenn sich der Chef querstellt?

Beharren Sie auf Ihrem Recht. Auf eine Betriebsrente, die allein das Unternehmen finanziert, können sie zwar nicht pochen, allerdings muss die Firma mindestens einen Anbieter vermitteln. Die Kosten für betrieblich organisierte Verträge sind meist niedriger als beim privat organisierten Vertragsabschluss – gleichzeitig ist die Rendite eher höher.

Kann ich mir selber einen Anbieter aussuchen?

Nein. Das erledigt der Arbeitgeber. Er entscheidet auch, welche Form der Betriebsrente er seinen Mitarbeitern anbietet. Allerdings können Arbeitnehmer versuchen, über den Betriebsrat Einfluss auf die Auswahl zu nehmen.

Warum sind die garantierten Renten für Männer und Frauen unterschiedlich?

Versicherungsunternehmen sind unerbittliche Statististiker. Und weil Frauen im Schnitt länger leben als die Herren der Schöpfung bekommen sie monatlich weniger Geld für den gleichen Beitrag. Allerdings wird sich das ab 2013 ändern.

Welche Formen der Betriebsrente gibt es?

Fünf. In Betrieben ohne anderes Angebot kann der Arbeitnehmer den Abschluss einer Dirketversicherung verlangen. Weitere Möglichkeiten sind: Pensionskassen (ähnlich wie Direktversicherungen, Arbeitgeber zahlt Beitrag direkt ein), Pensionsfonds (hier dürfen die Sparbeiträge flexibel in Aktien angelegt werden), Unterstützungskassen (hier ist der Arbeitgeber Träger einer Stiftung, eines eingetragenen Vereins oder einer GmbH, die sich der Altersvorsorge widmet) oder Pensionszusagen (mittlerweile unüblich: Das Unternehmen sagt dem Arbeitnehmer direkt eine Versorgung im Ruhestand zu).

Wie funktioniert eine Direktversicherung?

Hier fließt ein Teil des Bruttogehalts direkt an den Lebensversicherer. Der Vorteil: Der Beitrag ist somit steuer- und abgabenfrei. Der Staat fördert auf diese Weise Beiträge von bis zu 2688 Euro jährlich – das sind vier Prozent der Beitragsbemessungsgrenze der gesetzlichen Rentenversicherung. Wer einen Vertrag nach 2005 abgeschlossen hat, kann weitere 1800 Euro fördern lassen. Die sind dann zwar nicht abgaben- aber immerhin steuerfrei.

Für wen ist die Betriebsrente geeignet?

Grundsätzlich sollten sie sich individuell zur Altersvorsorge beraten lassen. Wenn der Chef sich an den Kosten beteiligt, ist die Betriebsrente fast nicht zu schlagen. Wenn der Arbeitnehmer das Geld alleine ansparen muss, tritt die Betriebsrente in Konkurrenz zu anderen Vorsorgemöglichkeiten. Für Frauen mit Kindern könnte sich etwa ein Riester-Vertrag lohnen, damit sie die Kinderzulagen von Vater Staat einstreichen können.

Was passiert beim Jobwechsel?

Grundsätzlich können Jobwechsler ihren Vertrag beim neuen Arbeitgeber fortführen – ohne neue Abschlusskosten. Den alten Garantiezins können Kunden aber nicht behalten. Allerdings müssen der alte und der neue Versicherer dem Übertragungsabkommen des Versichererverbandes GDV beigetreten sein. Die Anbeiter Interrisk und LV 1871 Private Assurance haben nicht unterschrieben.

Mk.

Rubriklistenbild: © dpa

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