Bewährungsstrafe für Schuster in VW-Affäre

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Auf dem Weg zu seiner Gerichtsverhandlung: der ehemalige VW-Manager Helmuth Schuster.

Braunschweig - In der VW-Affäre um Lustreisen auf Firmenkosten hat das Amtsgericht Wolfsburg gegen den letzten Beschuldigten einen Strafbefehl verhängt. Zahlen muss der verturteile Ex-Manager bei VW außerdem eine Geldbuße.

Der ehemalige VW-Manager Helmuth Schuster wurde zu einem Jahr Haft auf Bewährung veruteilt. Er muss zudem wegen Untreue, Beihilfe zum Betrug und Bestechlichkeit eine Buße von 10.000 Euro zahlen.

Schuster habe Widerspruch gegen den Strafbefehl eingelegt, teilte die Staatsanwaltschaft in Braunschweig am Mittwoch mit. Eine Anzeige von VW gegen Schuster wegen des Verdachts der Korruption und der Bereicherung über Tarnfirmen hatte im Juni 2005 die VW-Affäre ins Rollen gebracht.

Der Strafbefehl wurde vor allem erlassen, weil Schuster von einem potenziellen VW-Geschäftspartner in Indien 100.000 Euro Schmiergeld entgegen genommen haben soll. Weitere Vorwürfe im Zusammenhang mit Tarnfirmen in Indien und Angola habe man trotz langwieriger Ermittlungen nicht mit der erforderlichen Sicherheit nachweisen können, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft Klaus Ziehe.

Dem Strafbefehl zufolge soll Schuster als Personalchef von Skoda außerdem mit dafür gesorgt haben, dass die Lebensgefährtin einer anderen Zentralfigur der Affäre rund 50.000 Euro Entgelt ohne Arbeitsleistung erhielt. Zudem legte ihm die Staatsanwaltschaft eine teure Privatreise mit Freundin auf VW-Kosten nach Indien und einen ebenfalls von VW bezahlten Nachtclubbesuch in Prag zur Last.

Falls Schuster seinen Widerspruch gegen den Strafbefehl nicht zurückzieht, muss das Amtsgericht Wolfsburg über die Vorwürfe verhandeln. Der von der Staatsanwaltschaft beantragte Strafbefehl fungiert dann als Anklageschrift.

Rechtshilfeersuchen zogen Ermittlungen in die Länge

Die angebliche Entgegennahme von 100.000 Euro von einem indischen Investor, der sich um ein Joint-Venture mit VW bemühte, wertete die Staatsanwaltschaft als besonders schweren Fall von Bestechlichkeit im geschäftlichen Verkehr, der mit eine neun Monaten Freiheitsstrafe zu ahnden sei. Für die anderen drei Delikte setzte sie Strafen zwischen 30 Tagessätzen und einem halben Jahr an und bildete am Ende eine Gesamtstrafe von einem Jahr auf Bewährung.

Die Ermittlungen gegen Schuster zogen sich durch Rechtshilfeersuchen an Indien und Angola in die Länge. Zudem wurden sie durch eine Verfassungsbeschwerde gegen die Beschlagnahme einer CD mit Kopien von E-Mails verzögert. Die Karlsruhe habe die Beschwerde erst nach drei Jahren zurückgewiesen, sagte Ziehe. Schuster ist der letzte noch nicht verurteilte Verdächtige aus dem VW-Skandal.

Personalvorstand Peter Hartz, als dessen Vertrauter Schuster galt, wurde wegen der Affäre zu zwei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt. Als Haupttäter wurde der einstige VW-Betriebsratschef Klaus Volkert zu zwei Jahren und neun Monaten Haft wegen Beihilfe und Anstiftung zur Untreue verurteilt.

apn

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