Bewegung im Tarifkonflikt bei Fluglotsen

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Die Fluglotsen kämpfen mit Personalknappheit.

Frankfurt/Main - Wird der Streik der Fluglotsen doch noch abgewendet? Offenbar hat die Flugsicherung ein neues, verbessertes Angebot vorgelegt. Die Gewerkschaft will darüber beraten.

Nach Angaben der Gewerkschaft der Flugsicherung (GdF) hat die bundeseigene Deutsche Flugsicherung GmbH (DFS) am Wochenende ein neues Angebot vorgelegt. Ab 1. August 2011 werde eine Erhöhung um 3,2 Prozent angeboten, erklärte eine Sprecherin der DFS am Montag auf dapd-Anfrage. Weitere 2,0 Prozent oder mindestens der Inflationsausgleich kämen ab dem 1. November 2012 hinzu. Die Gewerkschaft der Flugsicherung setzte derweil die Auszählung ihrer Urabstimmung über einen möglichen Streik der Fluglotsen fort.

Das neue Angebot sieht zudem zum 1. August 2011 eine Einmalzahlung von 0,8 Prozent vor. Auch eine Anhebung der Vergütung von Überstunden gehöre dazu. Die DFS hoffe, den drohenden Streik abwenden und an den Verhandlungstisch zurückkehren zu können, sagte Sprecherin Kristina Kelek.

Die Gewerkschaft der Flugsicherung (GdF) bestätigte das neue Angebot, wollte sich aber zu den Inhalten zunächst nicht äußern. Der Bundesvorstand werde sich auf seiner Sitzung am Dienstag (2. August) damit beschäftigen, sagte ein Sprecher. Dann werde auch das Ergebnis der Urabstimmung über Streiks ausgewertet, das die Gewerkschaft unabhängig von dem neuen Angebot der DFS bis zum Nachmittag auszählen und bekanntgeben wollte.

Die GdF begann wie angekündigt mit der Auszählung der Urabstimmung, die sie unter ihren rund 2600 tarifbeschäftigten Mitgliedern bei der DFS abgehalten hat. Es hätten sich weit mehr als 90 Prozent beteiligt, hieß es. Mit einer deutlichen Zustimmung zu einem möglichen Streik wird gerechnet. Das weitere Vorgehen will die Gewerkschaft ebenfalls erst am Dienstag bekanntgeben.

Die DFS hatte wiederholt die Gewerkschaft aufgefordert, an den Verhandlungstisch zurückzukehren. Ein Streik hätte aus ihrer Sicht katastrophale Folgen. Zur zumindest vorübergehenden Abwendung eines Arbeitskampfes besteht für beide Tarifpartner auch noch die Möglichkeit, die Schlichtung einzuberufen. In diesem Fall würde sofort eine neue Friedenspflicht einsetzen und der Streik müsste um einige Wochen verschoben werden. Der Schlichterspruch ist nicht bindend für die Tarifparteien.

In dem Tarifkonflikt geht es neben dem Gehalt von 5500 DFS-Tarifbeschäftigten vor allem um Fragen der internen Organisation der mit Personalknappheit kämpfenden Flugsicherung. Die GdF will nach Aussage ihres Tarifsekretärs Markus Siebers viele Tätigkeiten und Posten solchen Beschäftigten vorbehalten, die über lange praktische Erfahrung als Fluglotsen verfügen. Auch um Arbeitszeiten und Eingruppierungen wird gestritten. Laut Gewerkschaft haben die DFS-Fluglotsen in den vier Kontrollzentren und in den Towern der 16 internationalen Flughäfen Deutschlands noch nie gestreikt. Eine Urabstimmung hatte es im Jahr 2004 gegeben, ohne dass es später zum Arbeitskampf kam.

dapd/dpa

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