BMW fehlen 200.000 Ersatzteile

Werkstätten können Autos nicht mehr reparieren

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Die Produktion in Dingolfing läuft auf Hochtouren, nur mit den Ersatzteilen klappt es nicht

München - Peinliche Panne bei BMW! Bei einer Software-Umstellung des Logistiksystems Anfang Juni geriet die komplette Ersatzteil-Versorgung durcheinander. Derzeit fehlen 200.000 Teile.

Viele Werkstätten können deshalb seit Wochen Unfallautos nicht reparieren:

Wann werden die Pro­bleme beseitigt sein?

„Unsere Leute arbeiten samstags und nachts Sonderschichten, um den Rückstand aufzuholen“, sagt BMW-Sprecher Manfred Grunert. Er rechnet damit, dass die Teileversorgung in drei bis vier Wochen wieder klappt. Ob der Termin zu halten ist? Ein Autohändler zur tz: „Wir haben gehört, dass die Probleme noch bis August dauern werden.“

Was ist passiert?

BMW-Sprecher Grunert: „Wir haben nach 20 Jahren das Logistiksystem, über das weltweit alle täglich 50 000 Nachfragen für 290 000 Ersatzteil-Positionen sowie Wareneingang- und Ausgang laufen, erneuert. Alleine die Migration ins System dauerte mehrere Tage.“ Vier Tage lang gingen keine Ersatzteile rein und raus.

Wer ist betroffen?

„Vor allem Südbayern“, weiß Grunert. Grund: „Wir haben vor der Umstellung alle Ersatzteillager aufgeführt. Für Südbayern gibt es keines. Hier werden Händler und Werkstätten vom Zentrallager aus Dingolfing beliefert.“

Wer ist betroffen?

Grunert: „Ich kenne nur einen Fall.“ Genaue Zahlen sind unbekannt. Die tz hat stichprobenartig drei Händler befragt – alle waren betroffen.

Was sagen die Händler zur Situation?

Das zentrale Ersatzteillager von BMW in Dingolfing: Hier hakt es mit der Auslieferung

„Bei mir stehen 15 BMW mit Unfallschäden, die ich mangels Ersatzteilen seit zwei Wochen nicht reparieren kann. Die Leute nehmen jetzt Leihautos oder gehen zu Fuß“, klagt Wolfgang Scherer, Serviceleiter des auf BMW spezialisierten Autohauses Schaumberger in Landsberg. Und eine Mitarbeiterin des BMW-Autohauses Schwarz in Traunstein: „Die Lage ist besch ....“ Pasquale Lombardy von BMW-Widmann & Winterholler in Fürstenfeldbruck zur tz: „Wir bestellen Teile, die normal am nächsten Tag kommen. Jetzt kann es zwei Tage oder auch zwei Wochen dauern. Wir haben freie Werkstätten, die bei uns Teile bestellen. Die können wir nicht beliefern. Ein Kunde wartet seit drei Wochen, dass sein 7er-BMW repariert wird. Kunden müssen auf Leihwagen ausweichen, weil unsere Ersatzwagen alle ausgegeben wurden.“

Karl-Heinz Dix

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