Konzern will Rekord-Gewinne sichern

BMW-Strategie: Mit Vollgas in die Zukunft

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BMW gibt auch nach 100 Jahren Gas.

München - BMW schaut auch im Jubiläumsjahr nach vorne. Der Münchner Autobauer startet mit Vollgas in die Zukunft und will der Konkurrenz das Heck zeigen.

Hundert Jahre BMW - der Weltkonzern aus München nutzt dieses Jubiläum nicht nur zum Blick in den Rückspiegel, sondern kümmert sich intensiv darum, den Anschluss an die digitale und vernetzte Zukunft nicht zu verpassen. Die Konkurrenz zwischen den Premiumherstellern wird immer heftiger - und gleichzeitig stürmen völlig neue und branchenfremde Unternehmen den Markt. Vom Google-Auto bis zum Tesla-Boliden - das Silicon Valley bläst zur Jagd. Bei seiner Bilanzkonferenz erklärt BMW-Chef Harald Krüger, wie sich der Konzern auf dieses völlig neue Duell vorbereitet.

Die Zahlen

Im vergangenen Jahr hat BMW 2,2 Millionen Autos verkauft - so viele wie nie zuvor. Logische Konsequenz: Auch der Umsatz kletterte um fast 15 Prozent auf 92,2 Milliarden Euro. Und auch unterm Strich blieb mehr Geld übrig. BMW verdiente im vergangenen Jahr rund 6,4 Milliarden Euro – das sind immerhin zehn Prozent mehr als im Jahr zuvor. Dabei bleibt Europa der wichtigste Absatzmarkt - hier verkauft BMW 45 Prozent seiner Autos. Danach folgen Asien, mit einem Anteil von 30 Prozent am Absatz und der Kontinent Amerika mit 22 Prozent. Und auch der Start ins neue Jahr war für BMW erfreulich: "Im Januar und Februar konnten wir 7,7 Prozent mehr Automobile verkaufen als im Vorjahr", sagt BMW-Chef Harald Krüger.

Mitarbeiter

"Wer die Zukunft gestalten will, der braucht eine innovative, leistungsfähige Mannschaft", stellt Krüger klar. Und diese Mannschaft wird immer größer. Im vergangenen Jahr hat BMW über 5900 Mitarbeiter eingestellt. Die festangestellten Mitarbeiter dürfen sich heuer erneut über eine Prämie freuen - "die höchste Erfolgsbeteiligung im Wettbewerbsvergleich", so Krüger stolz. Ein Facharbeiter der Gruppe 5 etwa erhält 8375 Euro. Und auch der BMW-Chef selber profitiert vom Rekordergebnis. Sein Einstiegsgehalt als BMW-Chef liegt bei gut 6,2 Millionen Euro.

Die Aktie

Beim Blick auf den Aktienkurs dürften die Anteilseigner eher unglücklich sein, schließlich hat das Papier im vergangenen Jahr im Zusammenhang mit der turbulenten Lage an den Weltbörsen ordentlich Federn lassen müssen. Allerdings dürfen sich die Aktionäre heuer über eine Rekord-Dividende freuen: Erstmals schüttet BMW über zwei Milliarden Euro an die Anteilseigner aus - je Stammaktie 3,20 Euro.

Die Zukunft

BMW-Chef Harald Krüger.

"Wir denken seit 100 Jahren langfristig", stellt BMW-Chef Krüger klar - und so soll es nach seinem Willen auch weiter gehen. Deshalb hat sich der Konzern eine neue Strategie - mit dem etwas kryptischen Namen Number ONE>NEXT - verordnet. Der Autobauer will sich mit einer schrittweisen Weiterentwicklung für den wachsenden Konkurrenzdruck in der Branche wappnen. Neben der wachsenden Konkurrenz in der Oberklasse drängten auch neue, branchenfremde Spieler mit aggressivem Auftreten und großen finanziellen Spielräumen auf den Markt. Hinzu komme die andauernde wirtschaftliche und politische Unsicherheit. "Wir brauchen daher höchste Flexibilität, um in einem ungewissen Umfeld Kurs halten zu können", sagte Krüger.

Mehrgleisige Planung

"In den vergangenen Jahren hat sich unsere Welt schneller und radikaler als je zuvor verändert", stellt Krüger fest. Das Problem für den Hersteller. Noch ist nicht ganz klar, wo die Reise hingehen wird. In den kommenden 20 Jahren werde es keine dominierende Antriebsart geben. Krüger setzt deshalb auf mehrere Trends. Mit dem BMW iNext soll zu Beginn des kommenden Jahrzehnts ein weiteres rein elektrisch angetriebenens Modell der i-Reihe an den Start gehen. Gleichzeitig wird der herkömmliche Verbrennungsmotor aber nicht so schnell verschwinden. BMW plant zusätzliche Plug-In-Hybrid-Modelle, bei denen Verbrennungs- und Elektromotor kombiniert werden. Außerdem arbeitet der Konzern weiter an der Wasserstoff-Brennstoffzellen-Technologie. Diese Projekte kosten Geld in der Entwicklung. Das soll das klassische Geschäft einspielen. So will BMW Wachstumschancen in renditestarken Segmenten wie der Luxusklasse nutzen. Dafür schickt der Autobauer beispielsweise 2018 den X7 ins Rennen.

Automatisiertes Fahren

Freude am Fahren - gilt das auf für das automatisierte Fahren? Mit dem Projekt i2.0 will BMW das automatisierte Fahren voran treiben. "Das Auto der Zukunft muss vollvernetzt und autonom fahrend sein", erklärt Entwicklungschef Klaus Fröhlich. Was die Marktreife angeht, bremst er aber die Erwartungen. "Wir glauben, dass es in diesem Jahrzehnt noch kein Serienangebot eines autonomen Fahrzeugs geben wird, das dem Premiumanspruch unserer Kunden genügt", schätzt Fröhlich. Trotzdem: BMW beansprucht die Führungsrolle beim autonomen Fahren. Mit dem Kauf des Kartendienstes Here - gemeinsam mit Daimler und Audi - hat BMW die Grundlage dafür geschaffen.

M. Kniepkamp

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