Boeing verärgert über Airbus-Hilfen

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Airbus-Chef Tom Enders weist die Kritik von Boing zurück.

Paris - Die Ankündigung deutscher und französischer Milliardenhilfen für den Zukunfts-Airbus A350 hat bei Boeing Verärgerung ausgelöst.

“So eine Finanzierung würde gegen die Verpflichtungen der Mitgliedstaaten zur Einhaltung der Regeln der Internationalen Handelsorganisation WTO verstoßen“, erklärte Boeing am Dienstag auf der Luftfahrtmesse in Paris-Le Bourget.

Airbus-Chef Thomas Enders wies die Kritik als “scheinheilig“ zurück. Boeing sei der “wahrscheinlich meistsubventionierte Flugzeugbauer aller Zeiten“. Die Airbus-Staaten Deutschland, Frankreich, Großbritannien und Spanien sollen die Entwicklung des Langstreckenflugzeugs A350 mit Kredithilfen fördern, die bis zu 30 Prozent der veranschlagten Kosten von elf Milliarden Euro abdecken. Eine Entscheidung sollte am Montag auf der Pariser Luftfahrtmesse fallen, wurde aber von einem spanischen Boykott verhindert.

Am 22. Juni treffen Vertreter der Airbus-Staaten und des Flugzeugbauers in Spanien zusammen. Bereits am Montag stellte Berlin 1,1 Milliarden und Paris 1,4 Milliarden Euro für die A350 in Aussicht. London will sich auch beteiligen, nannte aber keine Zahl. Auf der Messe wurde spekuliert, Spanien sei dem Treffen ferngeblieben, weil Madrid über den Entzug der autonomen spanischen Oberaufsicht über die Militärtransporter von Airbus verärgert sei.

Boing ist enttäuscht

“Wir sind enttäuscht“, erklärte Boeing. Die Hilfsangebote für die A350 kämen genau in dem Augenblick, wo die WTO eine Entscheidung über solche Finanzspritzen fällen wolle. “Es ist höchste Zeit, dass Airbus seine Flugzeugentwicklung zu Marktbedingungen finanziert und dabei seine eigenen Ressourcen nutzt, die nach seinen Angaben reichlich sind.“

Der Airbus-Konzern EADS hat 8,5 Milliarden Euro in der Kasse, die aber wegen der A350-Entwicklung und anderer Kosten bis 2011 abfließen können. Die A350 soll 2013 auf den Markt kommen. Enders erklärte auf der Luftfahrtmesse, es gehe nur um “Kredite, die mit Zinsen und Tantiemen zurückgezahlt“ würden. “Seit 1992 haben wir den Regierungen 40 Prozent mehr zurückgezahlt, als wir bekommen haben.“

Boeing werde nach EU-Berechnungen wahrscheinlich mehr subventioniert als alle anderen Flugzeugbauer bisher. “Ich denke, sie wollen ihren Vorteil behalten.“ Airbus trat zudem Gerüchten entgegen, die Flügel der A350 sollten nicht wie die des Vorgängermodells A330 in Großbritannien gebaut werden. Verkaufschef John Leahy machte aber deutlich, dass dafür erwartet werde, dass London sich an der Anschubfinanzierung beteiligt. Enders erklärte zudem, dass Spanien mehr als jedes andere Land vom Airbus-Wachstum profitiert habe. “Der Arbeitsanteil Spaniens betrug vor zehn Jahren vier Prozent, beim A350 sind es zehn Prozent“, sagte er.

dpa

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