Firmen schütten so viel Geld aus wie nie

Aktien für jedermann: Die 10 wichtigsten Tipps

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Freud und Leid liegen an der Börse dicht beieinander – mit der richtigen Strategie kann sich der Einstieg aber lohnen.

München - Die deutsche Wirtschaft boomt – und das macht sich an der Börse bemerkbar. Allein die 30 Dax-Konzerne schütten heuer etwa 30,1 Milliarden Euro an ihre Anteilseigner aus. Die tz erklärt, wie auch Sie am Dividendenregen teilhaben können: 

Die deutsche Wirtschaft boomt – und das macht sich an der Börse bemerkbar. Allein die 30 Dax-Konzerne schütten heuer etwa 30,1 Milliarden Euro an ihre Anteilseigner aus. Schade nur, dass der Großteil des Geldes ins Ausland fließt. „Im Durchschnitt landen über 19 Milliarden Euro nicht in den Portemonnaies deutscher Anleger“, sagt der Hauptgeschäftsführer der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz, Marc Tüngler. Nur knapp neun Millionen Menschen besaßen nach Angaben des Deutschen Aktieninstituts im vergangenen Jahr Aktien und/oder Anteile an Aktienfonds. Die tz erklärt, wie auch Sie am Dividendenregen teilhaben können:

  1. Nur „Spielgeld“ an die Börse: Keine Frage: Sie wollen nicht zocken, sondern ihr Geld gewinnbringend anlegen. Trotzdem sollten Sie nur mit Geld an die Börse gehen, dass Sie akut nicht brauchen. Trotz Nullzinsen: Ein ordentlich gefülltes Tagesgeldkonto ist die Grundlage jeder seriösen Geldanlage – als Rücklage für unerwartetete Anschaffungen, wenn etwa die Waschmaschine streikt oder das Auto in die Werkstatt muss. Mindestens 5000 Euro sollten als finanzielles Ruhekissen auf dem Tagesgeldkonto liegen oder – etwas individueller – zwei bis drei Monatsnettogehälter. Außerdem sollte die Altersvorsorge in trockenen Tüchern sein.
  2. Das richtige Depot: Sie können nicht einfach zur Börse gehen und auf dem Parkett ein paar Aktien ordern. Deshalb braucht es ein Depot. Vergleichen Sie Preise und Ansprüche. Direktbanken sind meist günstiger, dafür haben Sie bei Ihrer Filialbank einen Ansprechpartner, der Ihnen bei der Anlage unter die Arme greifen kann. Hier kommt es entscheidend auf die Bedürfnisse des Anlegers an.
  3. Keine Angst: Nullzinsen hin oder her – bei der Geldanlage fürchten die meisten Deutschen weiterhin den Gang an die Börse. „Die Deutschen schauen leider zu wenig auf Aktien, weil sie in der Vergangenheit mit der T-Aktie schlechte Erfahrungen gemacht haben“, erklärt Börsenexperte Frank Lehmann.
  4. Auf Top-Titel setzen: Konzentrieren Sie sich bei Aktien auf die erste Liga. „Es gibt Freaks, die in die Nebenwerte gehen – das ist nichts für einen gestandenen konservativen Anleger“, rät Lehmann. Durch Spitzentitel lässt sich auch das Risiko eines Totalausfalls minimieren. „Eine Firma wie BMW wird nicht morgen pleite gehen“, so Lehmann weiter. Ein gewisses Risiko bleibt aber auch bei den Dax-Schwergewichten. Der Atomausstieg macht Energiekonzernen wie RWE und Eon zu schaffen – und den VW-Abgasskandal hatten auch die besten Analysten nicht vorhergesehen. Der Kurs der VW-Aktie hat sich innerhalb eines Jahres beinahe halbiert.
  5. Risiken streuen: Es hilft also nichts: Wer keine Spielernatur ist und auf ein Mindestmaß an Sicherheit wert legt, muss die Risiken im Depot streuen. Wer nur Auto-Titel im Depot hat, leidet im Fall eines Branchenskandals, wer nur Energieversorger hat, hört seit fünf Jahren fast nur schlechte Nachrichten. Vielfalt ist also oberstes Gebot – ob durch einzelne Titel (etwa acht bis zehn) oder Fonds.
  6. Dax ins Depot: Wer sich nicht die Mühe machen will, selbst für eine gesunde Depotmischung zu sorgen, kann sich mit Hilfe eines Indexfonds einfach den kompletten Dax ins Depot holen. Schöner Nebeneffekt: Weil sich die Zusammensetzung nach dem Dax richtet, ist kein teurer Fondsmanager nötig. „Damit spart man erheblich Gebühren“, weiß Lehmann.
  7. Dividende als Zinsersatz: In der Diskussion über Aktien geht es meist um den Kursverlauf. Wollen Sie nicht zocken, sondern Ihr Geld langfristig anlegen, ist die Dividende aber der wichtigere Posten. „Wenn das Unternehmen eine gute Dividende zahlt, muss man nicht dauernd auf den Kurs schielen“, sagt Lehmann. Mögliche Kursgewinne sind nur der Schnaps obendrauf.
  8. Die Dividende ist nicht alles: Tauchen Sie tief in die Unternehmenszahlen ein. „Grundsätzlich freuen sich die Aktionäre natürlich über hohe Dividendenzahlungen“, meint Stephan Witt von der Finum Private Finance AG. „Allerdings könnte dies dann tatsächlich ein Zeichen für mangelnde Investitionen sein.“ Professionelle Investoren kontrollierten mehr, sagt Stadler. Dazu gehören beispielsweise der Verschuldungsgrad, die Marktstellung des Unternehmens in der jeweiligen Branche, die nachhaltige Ertragskraft, die Dividendenkontinuität, Investitionen in das Zukunftsgeschäft und auch die Qualität des Managements.
  9. Von Kursschwankungen profitieren: Auch das klassische Sparen geht mit Aktien: mit Hilfe eines Sparplans für Aktienfonds. Der Vorteil: Wer nicht alles auf einen Schlag investiert, profitiert vom „Cost-Leverage-Effekt“. Das bedeutet: Wenn die Kurse fallen, bekommt man fürs gleiche Geld immerhin mehr Anteile.
  10. Keine Panik: Es fällt nicht immer leicht, aber: Bewahren Sie Ruhe. An der Börse hilft nur ein kühler Kopf und die knallharte Analyse. Undurchdachte Aktionen können richtig teuer werden.

Die Dividenden der Dax-Unternehmen

So entwickelten sich die Dividenden der Firmen im Dax (ohne Volkswagen)

Unternehmen

Dividende je Aktie

(Veränderung zum Vorjahr)

Dividendensumme

Adidas

1,60 € (+7%)

320 Mio. €

Allianz

7,30 € (+7%)

3 320 Mio. €

BASF

2,90 € (+4%)

2 664 Mio. €

Bayer

2,50 € (+11%)

2 067 Mio. €

Beiersdorf

0,70 € (k. Veränderung)

159 Mio. €

BMW

3,20 €/3,22 €* (+10%)

2 102 Mio. €

Commerzbank

0,20 € (k. Dividende im Vorjahr)

250 Mio. €

Continental

3,75 € (+15%)

750 Mio. €

Daimler

3,25 € (+33%)

3 477 Mio. €

Deutsche Bank

0,00 € (–100%)

keine Dividende

Deutsche Börse

2,25 € (+7%)

420 Mio. €

Deutsche Post

0,85 (k. Veränderung)

1 031 Mio. €

Deutsche Telekom

0,55 € (+10%)

2 523 Mio. €

E. ON AG

0,50 € (k. Veränderung)

976 Mio. €

Fresenius Med. Care

0,80 € (+3%)

244 Mio. €

Freseniuns Se

0,55 € (+25%)

300 Mio. €

Heidelberger Zement

1,30 € (+73%)

244 Mio. €

Henkel

1,45 €/1,47 €* (+12%)

639 Mio. €

Infineon Techno

0,20 (+11%)

225 Mio. €

Linde

3,45 € (+10%)

640 Mio. €

Lufthansa

0,50 € (k. Dividende im Vorjahr)

232 Mio. €

Merck

1,05 € (+5%)

136 Mio. €

Münchener Rück

8,25 € (+6%)

1 335 Mio. €

ProSiebenSat1.Media

1,80 € (+13%)

386 Mio. €

RWE

0,00 €/0,13 €* (–100%)

5 Mio. €

SAP

1,15 € (+5%)

1 375 Mio. €

Siemens

3,50 € (+6%)

2 827 Mio. €

ThyssenKrupp

0,15 € (+36%)

85 Mio. €

Vonovia Se

0,94 € (+21%)

438 Mio. €

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