Nach Zuschlag in Nürnberg

Britischer Bahn-Konkurrent will noch mehr Strecken

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Nach europaweitem Wettbewerb erhielt die britische National Express Rail den Zuschlag für den Betrieb von Dezember 2018 bis Dezember 2030. Foto: Daniel Karmann

Düsseldorf/Nürnberg - Der britische Bahn-Konkurrent National Express Rail will nach seinem Erfolg bei der Ausschreibung des Nürnberger S-Bahnnetzes weitere große Strecken in Deutschland gewinnen.

"Wir werden uns in diesem Jahr an weiteren und teils noch größeren Ausschreibungen beteiligen", sagte Tobias Richter, Chef von National Express in Deutschland, der "Wirtschaftswoche". Interessiert sei er unter anderem am Rhein-Ruhr-Express (RRX), der ab 2018 das Rheinland und Westfalen enger verknüpfen soll.

Die Bahn bestätigte die Angaben des Blattes, dass der Marktanteil der Nahverkehrstochter DB Regio im laufenden Jahr voraussichtlich um zwei Prozentpunkte auf 71 Prozent schrumpfen werde. "Die Deutsche Bahn sieht mit großer Sorgen, dass Ausschreibungen zunehmend über die Personalkosten entschieden werden", sagte eine Bahnsprecherin. 2014 habe die Bahn knapp unter 70 Prozent der Ausschreibungen gewonnen. "Wir arbeiten intensiv an unserer Wettbewerbsfähigkeit", sagte die Sprecherin.

Vergangene Woche hatte die Entscheidung der Bayerischen Eisenbahngesellschaft (BEG) für Aufsehen gesorgt, den Betrieb des Nürnberger S-Bahn-Netzes ab 2018 bis 2030 nicht der Bahn, sondern National Express Rail anzuvertrauen. Das Unternehmen hat seinen deutschen Sitz in Köln und Düsseldorf.

Für einige kleinere Regionalverbindungen in Nordrhein-Westfalen hat die deutsche Tochter des börsennotierten britischen Unternehmens bereits den Zuschlag bekommen - die Linien RE7 Krefeld–Köln–Rheine und RB 48 Wuppertal–Solingen–Bonn. National Express will diese Linien Ende 2015 starten.

Das RRX-Projekt zählt zu den bisher größten Ausschreibungen im Schienenverkehr von Nordrhein-Westfalen überhaupt und erfordert die Anschaffung von 80 bis 90 neuen Regionalzügen.

National Express Deutschland

Interview National Express Chef Richter

dpa

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