Kampfflugzeug bei Madrid abgestürzt

Kampfflugzeug bei Madrid abgestürzt

Die wichtigsten Fragen zum Urteil

Bundesgerichtshof weist Klage gegen Allianz ab

+
Seit 2008 müssen Versicherte an den Bewertungs- oder stillen Reserven der Versicherer beteiligt werden.

Karlsruhe - Dieses Urteil ist ein Dämpfer für alle Versicherten: Der Bundesgerichtshof (BGH) hat die Klage eines Rentners gegen die Berechnung der Zinsen bei seiner Lebensversicherung abgewiesen.

Das ist ein Dämpfer für den 71-Jährigen aus Hessen, der überzeugt ist, dass ihm der Allianz-Konzern aus seiner kapitalbildenden Lebensversicherung im Jahr 2008 rund 650 Euro zu wenig an Zinsen ausbezahlt hat. Die Entscheidung ist aber auch enttäuschend für alle Versicherten: Deren Interessenvertretung hatte sich von dem Prozess erhofft, dass der BGH die Unternehmen grundsätzlich zur Vorlage transparenter und nachvollziehbarer Berechnungen der Zinsen verpflichten würde.

Worum ging es dem Kläger konkret?

Vor dem BGH ging es unter anderem um die Wechselwirkung zwischen Schlussüberschuss und Bewertungsreserven. Der Kläger meint, die Versicherung habe beides unzulässig verrechnet.

Wie entstehen Bewertungsreserven?

Seit 2008 gab es noch Bewertungs- oder auch stille Reserven oben drauf. Sie entstehen, wenn Wertpapiere mehr wert sind, als sie ursprünglich gekostet haben. Durch die niedrigen Zinsen ist dies gerade jetzt bei älteren festverzinslichen Wertpapieren der Fall. Denn Papiere, die einen früher versprochenen hohen Zinssatz noch für kommende Jahre garantieren, sind jetzt natürlich besonders begehrt.

Wie wirkte sich der niedrige Zinssatz auf die Unternehmen aus?

Für die Versicherer führen die derzeitig niedrigen Zinsen zu einem Problem. Um Bewertungsreserven zu realisieren und auszuschütten, müssen sie gut verzinste Altpapiere verkaufen. Diese Papiere fehlen dann aber, um die früheren Überschussprognosen wenigstens halbwegs halten zu können. Die Ausschüttung der Bewertungsreserven geht daher zu Lasten der Bestandskunden.

Hat die Politik in dieses Dilemma eingegriffen?

Der Gesetzgeber hat dem Problem Rechnung getragen. 2008 bis Ende 2014 mussten die Versicherer die Hälfte ihrer Bewertungsreserven ausschütten. Seit Jahresbeginn müssen sie dies nicht mehr, wenn sonst die Garantieverzinsung der noch laufenden Verträge nicht mehr gesichert ist.

Was bedeutet das Urteil für die Zukunft?

Durch die seit Jahresbeginn geltende Gesetzesänderung wirkt sich das Urteil des Bundesgerichtshofes auf künftige Auszahlungen nicht mehr aus.

Nach Einschätzung von Verbraucherschützern wird mehr Transparenz gerade dadurch aber noch wichtiger. Verbraucher seien den Berechnungen ihrer Versicherung „relativ ohnmächtig ausgesetzt“, sagt Bianca Boss vom Bund der Versicherten.

tz

Auch interessant

Mehr zum Thema:

Meistgelesen

Privates Geldvermögen wächst trotz Zinsflaute
Privates Geldvermögen wächst trotz Zinsflaute
Volkswagen steigert Absatz auf Rekordhöhe
Volkswagen steigert Absatz auf Rekordhöhe
Uber wehrt sich vor Gericht gegen Lizenzentzug in London
Uber wehrt sich vor Gericht gegen Lizenzentzug in London
Von München nach Berlin: letzter Air-Berlin-Flug ausgebucht
Von München nach Berlin: letzter Air-Berlin-Flug ausgebucht

Kommentare