China umwirbt deutsche Atom-Fachkräfte

Frankfurt - China will angesichts seines Wirtschaftsbooms weiter erheblich in Atomenergie investieren. Das Land wolle jedes Jahr rund 9 Mrd Euro in die Atomkraft stecken. Dabei sollen deutsche Experten helfen.

Das sagte der stellvertretende Generalsekretär des Verbands für Nuklearenergie (CNEA), Xu Yuming, der “Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (FAZ/Freitag). Angesichts des absehbaren Ausstiegsbeschluss der Bundesregierung lade China nun deutsche Experten ein, “bei uns zu forschen und zu arbeiten“. Ungeachtet der Atomkatastrophe im japanischen Fukushima werde China am Ausbau seiner AKW festhalten: 13 Reaktoren seien derzeit am Netz, 28 weitere im Bau. “Das sind 46 Prozent der Projekte in aller Welt“, sagte Xu. Bis 2015 werde China die Kapazitäten von 10,8 auf 40 Gigawatt (GW) erhöhen. Bis 2020 seien 80 Gigawatt möglich.

Von dieser Expansion könnten deutsche Hersteller profitieren: “Aber natürlich wird das schwieriger, je weniger Erfahrung sie auf dem Heimatmarkt vorweisen“, sagte Xu. Den Ausbau der zivilen Nutzung der Atomenergie verteidigt Xu mit dem Hinweis, die chinesische Regierung habe alle bestehenden und im Bau befindlichen Anlagen auf ihre Sicherheit überprüft. Zwar lägen einige Meiler auch in China an der Küste. Ein Zusammentreffen von Erdbeben und Tsunami wie in Japan sei aber ausgeschlossen.

dpa

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