Satire-Account mit 500 Tweets

GDL geht juristisch gegen  Twitter-Weselsky vor

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Mit dem Fake-Twitter-Account zieht ein Satiriker den GDL-Chef Claus Weselsky durch den Kakao. 

München - Lustig ist an den Bahn-Streiks der GDL nur der Fake-Twitter-Account, der Claus Weselsky heißt. Die GDL kann darüber nicht lachen und will gegen den Satiriker vorgehen.    

Wer während der Bahn-Streiks in einem Pulk von frustrierten Leuten am Gleis stand, hatte doch ein kleines bisschen zu lachen: Denn auf Twitter gibt sich ein unbekannter Satiriker als GDL-Chef Claus Weselsky aus. Mit dem Fake-Account @ClausWeselsky haut er alle paar Minuten alberne Tweets raus, inzwischen mehr als 500. Sein Motto heißt: „Die Eisenbahn bin ich. Hier streikt der Chef noch persönlich!“

Wütende User, die ihn für den echten Gewerkschaftschef halten, lässt @ClausWeselsky auflaufen: Er fordert sie auf, zu Fuß zu gehen statt zu nörgeln, schließlich bedeute GDL in seiner Logik: Geht doch laufen. Die Bahn-Streiks zieht der falsche Weselsky ins Lächerliche. 

Die GDL kann darüber nicht lachen. Sie geht juristisch gegen den Twitter-User, kündigte ein Sprecher der Lokführergewerkschaft auf Anfrage der „FAZ“ an. „Das kann schließlich dazu beitragen, unsere Forderungen massiv zu verfälschen und zu beschädigen“, argumentierte er.  

Falscher Weselsky arbeitet in einer PR-Agentur

Noch wisse die GDL nicht, wer hinter @ClausWeselsky steckt. Der Zeitung sagte der Satiriker, dass er in einer PR-Agentur arbeite, die hauptsächlich Künstler betreue. Den Twitter-Account anzulegen, sei ihm spontan eingefallen. Dass der Twitter-Name Claus Weselsky noch nicht vergeben war, habe ihn erstaunt.

Bahn bezahlt Satiriker nicht für den Fake-Account

Der Fake-Weselsky stellte gegenüber der „FAZ“ klar, dass ihn niemand für seine ironischen Tweets bezahlen würde. Auch die Deutsche Bahn und die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft – abgekürzt EVG – hätten versichert, den falschen Weselsky nicht beauftragt zu haben.

sah

 

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