Milliardenstreit: Conergy einigt sich mit Zulieferer

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Conergy und der Zulieferer MEMC haben sich außergerichtlich geeinigt.

Hamburg - Das angeschlagene Solarunternehmen Conergy hat sich nach monatelangen Verhandlungen im Rechtsstreit mit seinem Zulieferer MEMC aus den USA geeinigt.

Der ursprünglich acht Milliarden Euro schwere Liefervertrag für Siliziumwafer sei angepasst worden, teilte das börsennotierte Unternehmen in Hamburg mit. Die künftigen Mengen würden an den Bedarf der Conergy-Fabrik in Frankfurt/Oder angeglichen. Die Preise orientierten sich nun an den jeweiligen Marktpreisen.

Conergy-Chef Dieter Ammer sprach von einem Befreiungsschlag. “Mit der jetzt ausgehandelten Einigung haben wir es geschafft, unser Unternehmen von einer wesentlichen Bürde zu befreien.“

Die beiden Unternehmen hatten sich seit Monaten über die Auflösung des im Jahr 2007 geschlossenen langfristigen Liefervertrag gestritten. Damals war Silizium noch teure Mangelware. Inzwischen ist der Preis für den Solar-Rohstoff deutlich gesunken. Zu den alten Bedingungen wäre für Conergy ein rentabler Betrieb der Fabrik in Frankfurt/Oder nicht möglich gewesen. MEMC sperrte sich jedoch lange gegen einen neuen Kontrakt, so dass Conergy im April 2009 Klage auf Vertragsauflösung bei einem New Yorker Gericht einreichte und die sämtliche Zahlungen einstellte.

Mit der Einigung sei ein weiterer Meilenstein in der Reorganisation erreicht, erklärte Ammer. Ende 2007 war Conergy fast pleite gegangen. Der frühere Tchibo-Chef und Conergy-Mitbegründer Ammer übernahm damals die Geschäftsführung und versuchte, das Ruder herumzureißen. Er trennte sich von zahlreichen Geschäftsfeldern und konzentrierte Conergy auf das Solargeschäft. Zudem verschaffte zunächst eine Brückenfinanzierung und später eine Kapitalerhöhung dem Unternehmen Luft. Trotzdem hat Conergy seitdem weiter in jedem Quartal rote Zahlen geschrieben. In diesem Jahr soll endlich ein Gewinn erwirtschaftet werden.

dpa

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