Cordes: Rennen um Kaufhof ist offen

Düsseldorf - Der Ausgang des Bieter-Wettstreits um die Warenhauskette Kaufhof ist nach den Worten des scheidenden Metro-Chefs Eckhard Cordes völlig offen.

“Wir sind auf niemanden festgelegt“, sagte Cordes der “Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (Samstag). Metro werde als Kaufhof-Eigentümer am Ende dem besten Angebot zustimmen. Der Verkaufsprozess werde voraussichtlich noch einige Zeit dauern. Eine Fülle von Details müsse geklärt werden. “Es geht um viel mehr, als nur den Vergleich vor Kaufpreisen“, sagte Cordes.

Angebote für die Kaufhof-Kette mit über 100 Häusern in besten Innenstadtlagen und mehr als 20 000 Mitarbeitern haben die österreichische Immobilienfirma Signa und der Karstadt-Eigentümer Nicolas Berggruen vorgelegt. Mit den beiden Interessenten sollen weitere Gespräche geführt werden, um technische Details und offene fragen zu klären, hatte ein Sprecher der Metro AG nach einer Aufsichtsratssitzung am Freitag mitgeteilt.

Berggruen und der Finanzinvestor Blackstone hatten ihr Angebot vor der Aufsichtsratssitzung nachgebessert. Cordes wies Kritik zurück, die Metro habe Berggruen notwendige Informationen vorenthalten. Blackstone sei schon seit einigen Jahren stark am Kaufhof interessiert und habe bereits früher Einblick in die wichtigsten Daten erhalten. “Es ist also längst nicht so, dass eine der beiden interessierten Parteien völlig uninformiert ist.“

Zu den Plänen von Berggruen sagte Cordes: “Ich kenne nicht mehr die aktuellen Zahlen, kann also nicht beurteilen, ob ein Zusammengehen noch sinnvoll ist.“ Kaufhof brauche Karstadt aber nicht, “um weiter erfolgreich zu sein“. Nach der Karstadt-Insolvenz hatte Cordes Interesse für Teile des Essener Konzerns angemeldet. Er kam aber nicht zum Zug, weil der Insolvenzverwalter Karstadt nur als Ganzes verkaufen wollte.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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