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Trotz Corona-Impfung: Millionen Deutschen droht Lohnausfall bei Quarantäne

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Von: Lisa Mayerhofer

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Corona-Impfung (Symbolbild)
Wer noch nicht geboostert ist und in Quarantäne muss, dem droht ein Wegfall der Lohnfortzahlungen. (Symbolbild) © Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa/Symbolbild

Wer geimpft ist, aber noch nicht geboostert, und in Quarantäne muss, dem droht laut Zeitungsbericht ein Wegfall der Lohnfortzahlungen.

Berlin - Die Inzidenzen steigen durch die Omikron-Variante in Deutschland wieder stark an. Die Ständige Impfkommission empfiehlt deshalb die Auffrischimpfung gegen das Coronavirus* ab drei Monaten nach der zweiten Impfung. Laut RKI besteht nämlich bereits ab 15 Wochen nach der zweiten Impfung kein ausreichender Schutz mehr gegen die Omikron-Variante.

Kurz-Gutachten: Keine Lohnfortzahlung für Geimpfte ohne Booster

Angesichts dieser Ausgangslage kommen die Bundestagsjuristen in einem aktuellen Kurz-Gutachten zu einer neuen Einschätzung. Danach sollen auch doppelt geimpfte Arbeitnehmer, die noch keinen Booster haben, im Falle einer möglichen Ansteckung und Quarantäne keine Lohnfortzahlungen mehr erhalten. Das berichtet die Bild. „Das Fehlen der Covid-19-Auffrischungsimpfung würde dann zum Ausschluss des Entschädigungsanspruchs (...) führen“, zitiert die Zeitung aus dem Papier. Denn der Betroffene hätte durch eine Booster-Impfung* den Arbeitsausfall vermeiden können.

Noch sei das Gutachten aber in der Bundesregierung nicht konkret diskutiert worden, heißt es. Die Bild will aber aus Regierungskreisen erfahren haben, dass ein Wegfall von Lohnfortzahlungen für Arbeitnehmer ohne Booster-Impfung möglich sein könnte. In Berlin sorgt das Papier bereits für Kritik. „Wegen einer Nacht und Nebelentscheidung im Gesundheitsministerium könnten bald Millionen doppelt geimpfte Arbeitnehmerinnen und -nehmer mitten in der Omikron-Welle weniger Lohn erhalten“, twitterte etwa der Bundestagsabgeordnete Marc Biadacz (SPD). Die Bundesregierung müsse hier „schnell Klarheit schaffen und diesen Fehler revidieren!“, forderte der Politiker.

Laut RKI haben bisher 48,3 Prozent eine Booster-Impfung bekommen

Seit Anfang November erhalten Beschäftigte, die in Quarantäne müssen, einen Anspruch auf Lohnfortzahlungen. Davon ausgenommen sind ungeimpfte Arbeitnehmer.

Die Impfquote bei Booster-Impfungen liegt laut RKI bei 48,3 Prozent (Stand 20. Januar). Damit wären Millionen Deutsche betroffen. Vor allem, da zahlreiche Impfwillige sich noch nicht boostern lassen, weil sie auf einen angepassten Omikron-Impfstoff warten. Unternehmen wie Biontech, Moderna oder Valneva arbeiten mit Hochdruck an einem entsprechenden Impfstoff.

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