Nach Merkels Appell

Corona-Krise: Flixbus stellt Betrieb ein - Netflix erhöht Preise

Die Corona-Krise trifft die Wirtschaft hart. Während Flixbus nun erste Konsequenzen zieht, erhöht Netflix die Preise.

  • Die Corona-Pandemie* nahm zuletzt wieder an Fahrt auf.
  • Weil die Fallzahlen kontinuierlich steigen, soll auf Reisen verzichtet werden.
  • Flixbus reagiert bereits und fuhr den Betrieb herunter.

München - Die Corona-Zahlen in Deutschland befinden sich auf dem höchsten Niveau seit Ausbruch der Pandemie. Am Freitag (30. Oktober) erreichte die Zahl der registrierten Neuinfektionen mit 18.681 Fällen binnen eines Tages abermals einen neuen Höchstwert. Die Politik befindet sich deshalb in Alarmbereitschaft - und appelliert zu mehr Vorsicht.

Corona in Deutschland: Politik fordert, auf Reisen zu verzichten - Flixbus zieht Konsequenzen

Im Zuge des Bund-Länder-Treffens am Mittwoch wurde schnell klar, was in den kommenden Wochen an der Tagesordnung steht. Kanzlerin Angela Merkel (CDU)* machte dies einmal mehr deutlich: „Bitte bleiben Sie zu Hause.“ Die Bevölkerung wird angehalten, die Kontakte zu anderen Menschen außerhalb der Angehörigen des eigenen Hausstands auf ein absolut nötiges Minimum zu reduzieren.

Das bedeutet, dass auf private Reisen, Tagesausflüge und Verwandtenbesuche verzichtet werden sollte - auch im Inland. Die von der Politik gewünschten Einschränkungen haben unmittelbaren Einfluss auf die Reisebranche.

Der Fernbusanbieter Flixbus reagierte bereits und stellt sein Geschäft in Deutschland, Österreich und der Schweiz ab November vorübergehend ein. Auch Flixtrain werde ab dem 3. November nicht mehr fahren, teilte das Unternehmen am Freitag mit. Geplant sei allerdings - falls möglich - das Angebot zu den Festtagen wieder hochzufahren.

Corona-Krise: Flixbus stellt Betrieb ein - Merkel „hat natürlich Einfluss auf die Nachfrage“

Der Mitgründer und Geschäftsführer von FlixMobility, André Schwämmlein, begründete den Schritt mit dem Bitten der Kanzlerin. „Deswegen fahren wir unseren Bus- und Zugbetrieb jetzt im November auch komplett runter in der Hoffnung, an Weihnachten mit Flixbus für unsere Kunden im Einsatz sein zu können,“ sagte er gegenüber der Welt. Flixtrain mache „vorübergehend Winterpause.“ Wenn Angela Merkel* dazu appelliert, „nicht zu reisen, hat das natürlich Einfluss auf die Nachfrage“, sagte Schwämmlein.

Der Geschäftsführer stellte insgesamt den nun nötigen Zusammenhalt in den Vordergrund: „Es ist entscheidend, dass wir jetzt alle an einem Strang ziehen, damit sich die Lage bis zu den Festtagen entspannt. Das gilt allgemein für jeden Einzelnen, aber natürlich auch für alle Mobilitätsanbieter.“ Schon im Frühjahr hatte der Fernbusanbieter sein Geschäft wegen der Corona-Pandemie vorübergehend ausgesetzt.

Corona-Krise: Netflix erhöht die Preise - vorerst aber nur in den USA

Dass man von der Corona-Krise auch profitieren kann, zeigt das Beispiel Netflix. Der Streaming-Dienst verzeichnet in Pandemiezeiten einen enormen Anstieg der Nutzerzahlen. Die Nachfrage während der Ausgangsbeschränkungen habe sich weltweit deutlich erhöht. Das möchte Netflix nun offenbar weiter ausnutzen, denn der Streaming-Gigant erhöht seine Preise - zumindest in den USA.

Der Tarif für das „Premium“-Abo koste nun 17,99 Dollar (etwa 15,40 Euro) statt vorherigen 16 Dollar (13,70 Euro) pro Monat. Das mittlere Paket „Standard“ wird um einen Dollar auf 13,99 Dollar (knapp 12 Euro) angehoben. Inwiefern sich die Preisanpassung auf den deutschen Markt auswirkt, ist noch unklar. Fest steht aber, dass man auf zweierlei Art und Weise durch die Krise steuern kann. Als Verlierer wie Flixbus - oder eben wie Netflix. (as) *Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks

Rubriklistenbild: © dpa/Alexander Heinl/Fabian Sommer (Montage)

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