Zerreißprobe Pressekonferenz

EM: Wie Ronaldo – Nächster Superstar räumt Flasche aus dem Bild

Die Pressekonferenzen vor den Spielen bei der EM wird für die UEFA allmählich zur Zerreißprobe. Am Montag gab Cristiano Ronaldo Coca-Cola eins mit, jetzt legte der nächste Superstar bei Heineken nach.

Update 17. Juni, 15.48 Uhr – Cristiano Ronaldo hat am Montag weltweit für Aufsehen gesorgt. Der portugiesische Nationalspieler räumte auf der Pressekonferenz vor dem EM-Spiel gegen Ungarn kurzerhand die Coca-Cola-Flasche aus dem Bild, machte seine Präferenz für Wasser deutlich und bescherte dem US-Brausehersteller Coca-Cola so unvermittelt einen PR-Super-Gau.

Jetzt hat der nächste Superstar Hand ans sorgsam angelegte Bühnenbild der UEFA gelegt. Vor dem Spiel gegen Deutschland schnappte sich Frankreichs Mittelfeld-Chef Paul Pogba auf der Pressekonferenz die Bierflasche des EM-Sponsors Heineken und stellte sie außer Sichtweit.

Die Gründe sind unklar. Der in Lagny-sur-Marne geborene Kicker ist Moslem. Möglicherweise wollte er daher nicht mit Heineken in Verbindung gebracht werden. Sollte dies so gewesen sein, dürften Pogbas Bedenken allerdings einigermaßen unbegründet gewesen sein. Bei der EM gibt sich die weltberühmte niederländische Brauerei ganz zahm und wirbt mit alkoholfreiem Bier namens „Heineken Pure Malt Lager 0.0“.

Pogba gab sich zum Ende der Pressekonferenz ohnehin versöhnlich. Unmittelbar vor seinem Abgang räumte der hünenhafte Franzose ganz brav auf und stellte die Heineken-Flasche wieder artig an ihren Platz zurück.  

Coca-Cola verliert Milliarden an Börsenwert - wegen Ronaldos Aktion auf der PK

Erstmeldung vom 16. Juni, 14.59 Uhr - Cristiano Ronaldo hat gerade mal wieder Geschichte geschrieben. Im EM-Spiel der Portugiesen gegen Ungarn machte CR7 gleich zwei Treffer. Mit inzwischen elf Toren in fünf Groß-Turnieren ist Ronaldo jetzt die Nummer 1 – vor dem legendären französischen Spielmacher Michel Platini.

Nun dürfte es nicht mehr lange dauern, bis Ronaldo auch die legendäre Bestmarke des früheren FC-Bayern*-Stürmers Ali Daei knackt. Der ehemalige iranische Nationalspieler brachte es in 149 Länderspielen auf immerhin 109 Tore. Der Portugiese steht nach 176 Auftritten für sein Land jetzt bei 106 Treffern.

Aber Ronaldo, der mit seinen inzwischen 36 Jahren ein eher biblisches Alter für einen Weltklasse-Stürmer hat, ist topfit. Das liegt auch an seiner Ernährung. Der Kicker ist besessen von der perfekten Ernährung und schwört auf Proteine und Kohlenhydrate. Auf zuckerhaltige Lebensmittel verzichtet der Profi dagegen praktisch komplett.

In der Branche gilt Ronaldo ohnehin als Gesundheitsfanatiker. Das bekam gerade auch Coca-Cola zu spüren. Bei der Pressekonferenz am Montag vor dem EM-Spiel in Budapest machte Ronaldo unmissverständlich deutlich, was er von der Zuckerbrause hält. Kaum hatte er sich gesetzt, räumte er die beiden Cola-Flaschen an seinem Platz beiseite und hob stattdessen eine Flasche Wasser hoch. „Agua“ sagte Ronaldo und man darf das wohl getrost als Aufforderung verstehen, lieber Wasser zu trinken als die coffeinhaltige Brause des Weltkonzerns.

Ronaldo: Pressekonferenz wird zum PR-Super-Gau

Für Coca-Cola war der Auftritt des gesundheitsbewussten Sportlers PR-technisch ein Super-Gau. Auch an der Börse gab es für den US-Giganten richtig Haue. Binnen Minuten gab der Kurs der Coca-Cola-Aktie um 1,6 Prozent nach. Insgesamt waren damit satte vier Milliarden Dollar Börsenwert vernichtet, wie der Telegraph jetzt vorrechnete.

Kein Wunder also, dass die Amis um Schadensbegrenzung bemüht waren. Jeder habe „das Recht auf seine Getränke-Präferenzen mit unterschiedlichen Geschmäckern und Bedürfnissen“, versicherte das Unternehmen am Dienstag eilig. Und ein UEFA-Sprecher beteuerte, dass den Spielern bei der Ankunft zur Pressekonferenz „neben Coca-Cola und Coca-Cola Zero Sugar auch Wasser“ angeboten werde – nur hatte ausgerechnet am Dienstag offenbar keiner bei dem bekennenden Zucker-Agnostiker nachgefragt. *tz.de ist Teil von IPPEN.MEDIA.

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