Dax-Konzerne tun sich bei Frauenförderung schwer

Berlin - Vor drei Jahren hatten sich Deutschlands Top-Konzerne verpflichtet, mehr Frauen in die Chefetagen zu holen. Doch ein Zwischenbericht zeigt: Nur wenige Unternehmen haben ihre Hausaufgaben gemacht.

Die Dax-Konzerne sind von ihren selbst gesteckten Zielen für mehr Frauen in Spitzenpositionen trotz kleiner Fortschritte immer noch weit entfernt. Das geht aus einem Bericht der 30 Dax-Unternehmen zur Umsetzung ihrer Selbstverpflichtungen hervor, der am Dienstag vom Arbeitgeberverband BDA veröffentlicht wurde. 2011 hatten sich die Konzerne jeweils eigene Zielmarken gesetzt.

Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig (SPD) zeigte sich wenig überrascht über die Zwischenergebnisse. Die Politik habe mehr als ein Jahrzehnt auf freiwillige Vereinbarungen mit der Wirtschaft gesetzt. „Der Versuch ist gescheitert“, kritisierte Schwesig.

Die große Koalition will deshalb 2016 eine Frauenquote von mindestens 30 Prozent für Aufsichtsräte der derzeit 108 größten, voll mitbestimmungspflichtigen und börsennotierten Unternehmen einführen. Bereits 2015 soll es für Aufsichtsräte, Vorstände und die oberste Managementebene von weiteren 3500 Firmen verbindliche Zielvorgaben zur Frauenförderung geben.

In der Wirtschaft hieß es dagegen, es gehe voran. Der Frauenanteil bei Führungspositionen im Inland habe sich seit 2011 um durchschnittlich 17 Prozent erhöht und sei viel stärker gewachsen als der allgemeine Frauenanteil in der Gesamtbelegschaft. Etliche Konzerne tun sich aber unverändert schwer.

So stieg etwa beim Autobauer Volkswagen der Frauenanteil bei deutschen Topjobs zwischen 2010 und 2013 nur von 8,5 auf 9,8 Prozent - die VW-Zielmarke liegt bei 30 Prozent. Bei BMW sieht es mit 10,9 Prozent kaum besser aus, der Stahlkonzern ThyssenKrupp kommt nur auf 7,8 Prozent. Viel weiter ist der Versicherer Allianz: Dort sind 28,1 Prozent (2010: 24,7) weibliche Führungskräfte zu finden. Der Düsseldorfer Konsumgüter-Hersteller Henkel kommt sogar auf 33,2 Prozent.

dpa

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