Mangelnde Vorbildfunktion

Plastiktüten-Petition: Denn's Biomarkt nicht bio genug

München - "Mehr Frische, mehr Bio, mehr Wohlfühlen beim Einkaufen'' - damit wirbt Denn's. Doch viele Kunden des Biomarkts fühlen sich nicht wohl, wenn es um die Verpackung geht. Eine Petition will das ändern.

Dass gerade der Biomarkt Denn's nach wie vor kostenlose Plastiktüten anbietet und noch nicht komplett auf Jutebeutel oder Kartons umgestiegen ist, gefällt vielen Kunden gar nicht. Denn die Verpackungs-Alternativen haben im Vergleich nur einen halb so großen CO2-Ausstoß bei der Herstellung und sind wesentlich umweltfreundlicher. Lotta Naumann, eine treue Kundin des Biomarkts, beschloss deshalb, etwas zu unternehmen.

Innerhalb von vier Monaten sammelte die Berlinerin in ihrer Online-Petition mit dem Titel "denn's Biomarkt soll kostenlose Plastiktüten abschaffen!" mehr als 45.000 Unterschriften. Noch ist das Ziel von 50.000 Unterschriften nicht erreicht, doch kam es aufgrund der Petition in der vergangenen Woche laut dem enorm-Magazin zu einem Treffen Naumanns mit der Marketingleiterin des Supermarktes. Das Ergebnis des Gesprächs war für die Berlinerin allerdings nicht befriedigend: 

Enttäuschendes Treffen

"Letztendlich war ich sehr enttäuscht, dass es [...] kein großes Entgegenkommen bzw. ein Einlenken in Bezug auf die Abschaffung von Plastiktüten oder Papiertüten gab'', schreibt sie in ihrem Petitions-Blog. Stattdessen wurde betont, dass Kunden "jederzeit Brotdosen oder andere eigene Gefäße mitbringen dürften, um Obst oder Gemüse darin zu verpacken." Das Mitbringen eigener Stoffbeutel oder Körbe zum Einkauf wurde befürwortet.

Doch es gibt noch Hoffnung: Der Lebensmittelhändler will Naumanns Anmerkungen intern besprechen, dann soll es ein zweites Treffen geben.

Das Angebot von Plastiktüten in Supermärkten wird schon seit längerem kritisch beäugt. Erst kürzlich verkündete Rewe den baldigen Verzicht von Plastiktüten an den Auslagen der Kassen. Die kleinen Plastiktüten in den Obst- und Gemüseabteilungen werden jedoch weiterhin erhalten bleiben, jedoch soll auch für diese eine Lösung gefunden werden.

Alina Schimansky

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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