Umsatz 2009 um 12,3 Prozent gesunken

Ein Drittel weniger Gewinn für die Bahn

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Für das Jahr 2010 strebt die Deutsche Bahn einen Umsatzzuwachs von fünf Prozent an.

Frankfurt/Main - Die Deutsche Bahn hat im vergangenen Jahr deutliche Umsatzeinbußen und einen noch größeren Gewinnrückgang hinnehmen müssen.

Die Deutsche Bahn will nach Gewinneinbußen wegen der Wirtschaftskrise wieder Tempo aufnehmen und arbeitet weiterhin an einer europäischen Expansion. Vor allem wegen eines Einbruchs bei Gütertransporten sackte das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) im vergangenen Jahr um 32,1 Prozent auf 1,69 Milliarden Euro ab, wie der bundeseigene Konzern am Donnerstag in Frankfurt mitteilte. Unter dem Strich schmolz der Gewinn auf 830 Millionen Euro nach 1,3 Milliarden Euro im Jahr zuvor. Über ein milliardenschweres Übernahmeangebot für den britischen Transporteur Arriva laufen Gespräche. Nach massiven Technikproblemen sollen Zuverlässigkeit und Service besser werden. “Wir werden unser Eisenbahngeschäft in Deutschland weiter in Ordnung bringen“, sagte Bahnchef Rüdiger Grube.

Bei Störungen sollen Reisende künftig genauer informiert und am Bahnhof besser betreut werden, auch durch mehr Personal. In Regionalzügen sollen technische Zugbegleiter mitfahren, um Fehler zu beheben. Bei Engpässen sollen Züge angemietet werden. Damit wolle sich die Bahn für den nächsten Winter, aber auch für die kommenden Jahrzehnte fit machen. Zum Jahresbeginn waren zum Ärger Tausender Kunden viele Fernzüge nur verkürzt unterwegs oder fielen aus. Hintergrund sind zusätzliche Technikprüfungen an ICE-Achsen, die bis 2013 ersetzt werden sollen. Die dezimierte Hochgeschwindigkeitsflotte und ein monatelanges Technikchaos bei der Berliner S-Bahn drückten auch auf das Geschäft. Der operative Gewinn (Ebit) der Fernzugsparte sank im vergangenen Jahr um 53,9 Prozent auf 141 Millionen Euro.

Gewinn halbierte sich im Stadtverkehr

Im Stadtverkehr, zu dem die Hauptstadt-S-Bahn bisher gehörte, halbierte sich der Gewinn auf 100 Millionen Euro. Größter Gewinnbringer blieb der Regionalverkehr, der um 1,5 Prozent auf 870 Millionen Euro zulegte. Als einzige Sparte rutschte der Schienengüterverkehr in die roten Zahlen und wies ein Minus von 189 Millionen Euro aus. Der Konzernumsatz sank um 12,3 Prozent auf 29,3 Milliarden Euro. Die Zahl der Fahrgäste in den Zügen blieb mit 1,9 Milliarden (minus 0,6 Prozent) fast stabil. Die Bahn habe den Härte- und Stresstest der Krise gut bestanden, sagte Grube. Geholfen habe ein laufendes Sparprogramm, das 2009 eine Ergebnisverbesserung von 642 Millionen Euro bewirkt habe. Die Nettoschulden wurden um 932 Millionen Euro auf 15 Milliarden Euro abgebaut.

Für 2010 strebt der Konzern fünf Prozent Umsatzzuwachs an, wie der nach 18 Jahren ausscheidende Finanzvorstand Diethelm Sack sagte. Das Ergebnis soll sich wieder verbessern. Grube betonte, neben der Konsolidierung des Geschäfts wolle sich die Bahn im europäischen Wettbewerb “nicht die Butter vom Brot nehmen lassen“. Daher sei Kontakt zur britischen Arriva aufgenommen worden, die in zwölf Ländern Busse und Bahnen fährt, darunter in Deutschland. “Ob wir ein Übernahmeangebot abgeben werden, steht derzeit noch nicht fest“, sagte Grube. “Wir werden nichts machen, was wirtschaftlich nicht sinnvoll ist.“

dpa

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