90 Millionen neue Aktien platziert

Deutsche Bank: Überraschende Kapitalerhöhung

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Fahnen mit dem Logo der Deutschen Bank flattern am Rande der Hauptversammlung der Deutschen Bank vor der Festhalle in Frankfurt am Main (Archivbild 2011).

Frankfurt - Durch die Platzierung von neuen Aktien konnte die Deutsche Bank ihre überraschende Kapitalerhöhung binnen kürzester Zeit abschließen. Die Aktion brachte dem Geldhaus mehrere Milliarden Euro.

Mit einer Kapitalerhöhung im Eiltempo hat sich die Deutsche Bank Luft für Wachstum verschafft und macht ihren Aktionären Hoffnung auf höhere Dividenden. Am Dienstag meldete der Frankfurter Dax-Konzern bereits erfolgreichen Vollzug des am Montagabend überraschend angekündigten Schrittes.

Durch Platzierung von 90 Millionen neuen Aktien wurden insgesamt 2,96 Milliarden Euro frisches Kapital bei institutionellen Anlegern eingesammelt, wie Deutschlands größtes Geldhaus mitteilte. Damit lag der Erlös sogar noch über dem angestrebten Ziel von 2,8 Milliarden Euro. Die Börse feierte die Kapitalerhöhung: Am Dienstag legte die Deutsche-Bank-Aktie in der ersten Handelsstunde zwischenzeitlich um fast 8 Prozent zu und war damit bester Wert im Deutschen Aktienindex.

Mit dem Schritt will die Deutsche Bank die Dauerdiskussion über ihre Finanzausstattung beenden. Analysten hatten dem deutschen Branchenprimus seit dem Amtsantritt der Doppelspitze aus Anshu Jain und Jürgen Fitschen im Juni 2012 seine im Vergleich zu Konkurrenten schlechteren Kapitalquoten vorgehalten und damit die vergleichsweise schwache Entwicklung des Aktienkurses begründet.

"Heute können wir sagen, dass der Hungermarsch vorbei ist"

Jain sagte am Dienstag in einer Telefonkonferenz: „Die Botschaft war klar: Die Verbesserung der Kapitalquote ist eine Kernherausforderung.“ Nun werde die Deutsche Bank im direkten Vergleich mit ihren weltweiten Wettbewerbern „zu einer der am besten kapitalisierten Banken“. Dickere Kapitalpuffer seien insbesondere im aktuell „herausfordernden und unsicheren Marktumfeld“ wichtig.

Zuletzt kam die Deutsche Bank mit der Stärkung des Kapitals besser voran als erwartet: Zum 31. März hatte sie durch den beschleunigten Abbau von Risiken ihre harte Kernkapitalquote unter voller Einbeziehung der erst ab 2019 komplett geltenden strengeren Regeln („Basel III“) auf 8,8 Prozent angehoben. Ende 2012 waren es 7,8 Prozent. Künftig muss die Deutsche Bank auf 10 Prozent kommen.

Mit einem guten Jahresstart im Rücken sah sich das Institut nun in der Lage, ihren Aktionären die eigentlich bittere Pille einer Kapitalerhöhung zu verabreichen. Die Ausgabe neuer Aktien verwässert die bisherigen Anteile. Jain stellte jedoch höhere Ausschüttungen in Aussicht: „Heute können wir sagen, dass der Hungermarsch vorbei ist.“

Angekündigter Stellenabbau im Investmentbanking praktisch abgeschlossen

Im ersten Quartal 2013 stieg der Gewinn unerwartet kräftig an, wie das Institut schon am Montagabend mitgeteilt hatte: Der Überschuss legte auf rund 1,7 (Vorjahreszeitraum: 1,4) Milliarden Euro zu. Der Vorsteuergewinn erhöhte sich auf gut 2,4 (rund 1,9) Milliarden Euro. Im Schlussquartal 2012 hatte die Bank wegen hoher Rückstellungen für Rechtsstreitigkeiten 2,5 Milliarden Euro Verlust geschrieben.

Vor allem geringere Verluste der konzerneigenen Abbausparte trieben den Gewinn nun an. Im operativen Geschäft ging es in den meisten Sparten leicht aufwärts, das Investmentbanking musste allerdings Federn lassen.

Erste Früchte trug der Konzernumbau: Der angekündigte Stellenabbau im Investmentbanking sei praktisch abgeschlossen, sagte Finanzvorstand Stefan Krause in der Analystenkonferenz. Der Konzern hatte im Juli Pläne zur Streichung von 1900 Arbeitsplätzen, davon 1500 im Investmentbanking, öffentlich gemacht.

Aus einer Präsentation zum ersten Quartal 2013 geht hervor, dass sich die Zahl der Vollzeitstellen im Investmentbanking binnen Jahresfrist um 1144 auf 8792 verringerte. In der Vermögensverwaltung sank die Zahl der Vollzeitstellen um gut 600 auf 6413. Insgesamt beschäftigte der Konzern Ende März 97 794 Vollzeitkräfte und damit 2888 weniger als ein Jahr zuvor.

dpa

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