„Made in Germany“

Deutsche Exporte überraschend gestiegen

Wiesbaden - Deutschlands Exportindustrie hat einmal mehr positiv überrascht: Waren „Made in Germany“ sind in Übersee begehrt. Die kriselnden Euro-Länder bremsen das Wachstum, doch sie halten es nicht auf.

Die deutsche Exportwirtschaft setzt ihren Höhenflug fort. Die Nachfrage aus Übersee brummt, und selbst die Euroländer bestellen wieder mehr als im Vorjahr. Nach dem schwachen Vormonat legte der deutsche Außenhandel im Juli im Monatsvergleich kalender- und saisonbereinigt um 0,5 Prozent zu, wie das Statistische Bundesamt am Freitag in Wiesbaden mitteilte. Volkswirte hatten einen Rückgang um 0,5 Prozent erwartet. Mit einem Gesamtwert von 93,6 Milliarden Euro erzielten die Exporteure im Jahresvergleich ein sattes Plus von 9,2 Prozent.

„Das 2. Halbjahr wird sicher nicht einfach. Aber trotz aller Schwierigkeiten liegt der Außenhandel weiter auf Rekordkurs“, sagte der Präsident des Außenhandelsverbands BGA, Anton F. Börner. Der aktuelle Konjunkturpessimismus sei ein „Jammern auf hohem Niveau“: „Unsere mittelständische Struktur sorgt für eine robuste Basis und gleichzeitig macht uns unsere weltweite Verflechtung weniger anfällig für regionale Krisen, wie die durch den günstigen Wechselkurs befeuerten Exporte in die USA und nach Japan zeigen.“

Die Einfuhren kletterten im Juli auf 76,7 Milliarden Euro - ein Plus von 1,9 Prozent im Jahresvergleich.

Export in Nicht-EU-Länder entwickelten sich prächtig

Besonders dynamisch entwickelten sich die Ausfuhren in Länder außerhalb der Europäischen Union. In sogenannte Drittländer lieferte die deutsche Exportindustrie im Juli 2012 Waren im Wert von 41,8 Milliarden Euro. Binnen Jahresfrist steigerten die Exporteure ihre Ausfuhren damit um 15,9 Prozent. Die Importe zogen im selben Zeitraum um 4,2 Prozent auf 27,4 Milliarden Euro an.

Weniger rasant aber dennoch positiv entwickelte sich das Geschäft auch mit den EU-Partnerländern. Nach den Angaben der Statistiker gingen im Juli Waren für 51,8 Milliarden Euro dorthin, 4,4 Prozent mehr als vor einem Jahr. Die Einfuhren stiegen um 5,6 Prozent auf 49,3 Milliarden Euro. Selbst die zuletzt unter der Schuldenkrise ächzende Eurozone kaufte wieder mehr in Deutschland ein: In die Euroländer wurden Waren im Wert von 34,1 Milliarden Euro (+ 3,2 Prozent) geliefert, die Importe beliefen sich auf 34,7 Milliarden Euro (+ 6,7 Prozent).

Export-Rückgang in die Eurozone vorerst gestoppt

„Der deutsche Außenhandel hat einen guten Start in das zweite Halbjahr hingelegt. Den Löwenanteil daran hat erneut das kräftige Exportplus in die Wachstumsmärkte außerhalb Europas“, sagte Börner. Es sei allerdings auch bemerkenswert, dass der Export-Rückgang in die Eurozone vorerst gestoppt wurde: „Gleichzeitig haben wir per Saldo mehr Waren von dort bezogen als dorthin geliefert. Dies untermauert, dass insbesondere die Eurozone von der Exportstärke Deutschlands profitiert. Viele europäische Unternehmen gelangen Huckepack mit dem deutschen Exportmodell auf die Weltmärkte.“

Wie lange der Höhenflug anhält, ist fraglich. Erst am Montag hatte das Forschungsunternehmen Markit nach einer Umfrage berichtet, die Bestellungen bei den deutschen Exporteuren seien im August im Vergleich zum Vormonat so stark eingebrochen wie seit mehr als drei Jahren nicht mehr.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

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